Zecken und Insekten

Schutz vor Parasiten

Parasiten können für Haustiere eine ernsthafte Gefahr sein, da sie oft unbemerkt bleiben und eventuell Krankheiten auf die Tiere übertragen. Man unterscheidet zwischen Ektoparasiten – z.B. Milben, Zecken oder Flöhen, die äußerlich auf dem Fell, in oder auf der Haut sitzen – und Endoparasiten wie Würmern oder Einzellern, die sich im Inneren des Haustiers ansiedeln.

In jedem Fall gilt: Wer Parasiten auf seinem Tier entdeckt oder den Verdacht hegt, es könnte befallen sein, sollte umgehend Rücksprache mit einem Tierarzt halten.

Hund im hohen Gras
Hunde oder Freigängerkatzen tollen gerne im Dickicht herum, dem natürlichen Lebensumfeld von Parasiten wie Zecken. © Rebecca Schönbrodt-Rühl/Pixabay

Zecken

Zecken sind in Zentraleuropa von März bis Juni und von September bis November besonders aktiv – mittlerweile sind sie aber in manchen Gebieten Deutschlands fast das ganze Jahr anzutreffen. Dies ist u.a. der Klimaerwärmung geschuldet, die es den Zecken durch milde Winter vereinfacht zu überleben.

Warum sind Zecken gefährlich?

Zecken stellen vor allem als Krankheitsüberträger eine Gefahr dar. Beispiele für Erreger, die diese Parasiten übertragen können, sind Borrelien, Anaplasmen, Ehrlichien und Babesien. Infektionen mit diesen Erregern bei Haustieren können unter anderem zu lebenslangen Krankheiten führen oder im schlimmsten Fall tödlich enden. Auch FSME kann durch Zecken übertragen werden – die Erkrankung spielt aber vor allem für uns Menschen eine Rolle. Die Bedeutung bei den Haustieren ist noch weitestgehend unklar, jedoch konnten bereits Fälle von FSME bei Hunden festgestellt werden. Auch Kaninchen können durch blutsaugende Parasiten, wie z.B. die Zecke mit Krankheitserregern infiziert werden.

Hunde, die beim Spaziergang neugierig durchs Dickicht stöbern und Freigängerkatzen, die viel draußen unterwegs sind, bewegen sich mitten im natürlichen Lebensumfeld der kleinen Parasiten, die dort auf neue Wirte lauern.

Bis es zu einer Übertragung von Erregern über den Speichel der Zecke kommt, kann es je nach Erreger wenige Stunden bis hin zu Tagen dauern. Deshalb ist es umso wichtiger, Tiere regelmäßig auf Zecken abzusuchen und sie rasch sachgemäß zu entfernen. Idealerweise werden die Haustiere mit einem sogenannten Repellent versorgt, sodass Zecken, aber auch andere Ektoparasiten gar nicht erst an das Tier gehen.

Wie erkennt man einen Zeckenbiss beim Haustier?

Die Haut an der Stelle des Zeckenbisses kann entzündliche Reaktionen wie Schwellungen oder Rötungen aufweisen, die meist aber nur vorübergehend sind. Manchmal verbleiben beim Versuch, die Zecke zu entfernen, auch Teile des „Kopfes“ bzw. der Mundwerkzeuge der Zecke in der Haut.

Wie entfernt man eine Zecke von einem Haustier?

Wer eine Zecke auf seinem Tier entdeckt, sollte schnell reagieren und sie entfernen, denn je länger sie saugt, desto wahrscheinlicher ist eine Erregerübertragung auf den Wirt.

Noch krabbelnde Zecken lassen sich einfach aus dem Fell lösen. Haben sie sich schon festgebissen und saugen, sollten sie mit einer Zeckenzange entfernt werden, die man beim Tierarzt, in der Apotheke oder auch im Zoofachhandel bekommt. Dazu setzt man so nah wie möglich an der Haut des Tieres an und zieht die Zecke langsam und ohne Drehung heraus. Wichtig ist, dass man die Zecke nicht zerdrückt, damit ihr Kopf nicht abreißt und im Tier stecken bleibt, sonst kann es schnell zu Entzündungen im Bereich der Bissstelle kommen oder von Zecken übertragende Krankheitserreger auf das Tier übergehen.

Sollte der Kopf der ansonsten entfernten Zecke steckengeblieben sein, muss dies nicht zwangsläufig eine Gesundheitsgefahr bedeuten. Beobachten Sie die Bissstelle, sollte sie sich röten, anschwellen oder offensichtlich schmerzempfindlich sein, ist der Gang zum Tierarzt erforderlich.

Zecken bitte nicht mit Alkohol, Öl, Nagellackentferner oder sonstigen Substanzen „behandeln“. Leider gilt dieser "Tipp" immer noch als bewährtes Hausmittel. Die Flüssigkeit setzt die Zecke unter Stress, und ihre Reaktion ähnelt dem Erbrechen. Die Übertragung von Erregern in die Blutbahn des Haustiers wird somit wahrscheinlicher.

Entfernte Zecken sollten sicher entsorgt werden, damit sie sich keinen neuen Wirt suchen können (z.B. im Taschentuch eingewickelt mit Glas zerdrücken).

Wie kann man sein Haustier gegen Zecken schützen?

Tierhalter*innen können sich bei einer/m Tierarzt*in über die Möglichkeiten der Prophylaxe informieren, ihre Tiere bestenfalls ganzjährig, mindestens jedoch vom Frühjahr an bis in den Spätherbst ausreichend gegen Zecken schützen und sie nach jedem Wald- und Wiesen-Spaziergang nach Zecken absuchen.

Es gibt etliche wirksame Präparate (häufig auch Kombinationspräparate gegen Flöhe und Zecken). Wenn möglich sollten Sie darauf achten, dass die Wirkstoffe „repellierend“ sind, das heißt, dass die Zecken erst gar nicht das Wirtstier beißen. Viele Präparate wirken erst nach dem Biss und führen nach einigen Stunden zum Absterben der Zecken. Die Zeit könnte jedoch reichen, um potenziell Erreger zu übertragen. Frei im Handel verkäufliche Präparate sind leider meist nicht wirksam, um das Tier zeckenfrei zu halten. Daher ist es zu empfehlen, sich von einem Tierarzt über eine individuelle, sinnvolle Zeckenprophylaxe beraten zu lassen.

Andere Hausmittelchen wie etwa Knoblauchpräparate haben keine nachgewiesene Wirksamkeit gegen Zecken und sind sogar giftig. Die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure hat nachgewiesen einen abschreckenden Effekt auf Zecken. Da aber eine sehr hohe Menge Kokosöl regelmäßig ins Fell des Hundes aufgetragen werden müsste (bei einem Hund von 20 kg etwa 80 g), ist diese Methode nicht nur sehr teuer, sondern auch unpraktikabel. Das für uns Menschen angenehm riechende Kokosöl ist für den Hund zusätzlich eine Geruchsbelastung und verklebt das Fell.

Milben

Milben gehören zu den Spinnentieren. Es gibt unterschiedliche Arten, die zu Erkrankungen bei Haustieren führen können.

Warum sind Milben gefährlich/schädlich?

Milben besiedeln je nach Art oberflächlich oder auch tief die Haut des Tieres. Manche von ihnen (z.B. Demodex-Grabmilben) kommen natürlicherweise auch beim gesunden Tier vor. Insbesondere junge, immungeschwächte (z.B. bei Vorliegen einer Grunderkrankung) oder ältere Tiere können leichter anfällig für eine Erkrankung sein und Krankheitssymptome entwickeln.

Wie erkennt man einen Milbenbefall bei seinem Haustier?

Erste Anzeichen für einen Milbenbefall können zunehmender Juckreiz, Unruhe, sowie Haarausfall (Alopezie) sein. In schweren Fällen ist der Juckreiz so stark, dass die Lebensqualität des Haustiers extrem eingeschränkt wird. Ein hartnäckiger Milbenbefall kann zu einem vollständigen Haarverlust führen. Je nach Art der Milbe zeigen sich unterschiedliche Körperstellen besonders auffällig (bspw. Ohren, Gesicht, Bauch und Sprunggelenke bei Sarcoptesmilben).

Milben sind in der Regel nicht mit bloßem Auge, sondern nur unter einem Mikroskop zu erkennen. Bei einem Verdacht muss also in jedem Fall ein/e Tierärzt*in aufgesucht werden. Je nach Art, kann die entsprechende Diagnose mittels einem Abklatschpräparat oder einem Hautgeschabsel gestellt werden.

Was tut man bei einen Milbenbefall beim Haustier?

Der/die Tierärzt*in wird zunächst feststellen um welche Art der Milbe es sich handelt und verordnet dem Tier ein entsprechend wirksames Präparat. In der Regel handelt es sich dabei um Spot-on Präparate, häufig als Kombinationspräparate, die zusätzlich gegen andere Ektoparasiten wirken.

Flöhe

Flöhe sind blutsaugende Parasiten, die sich - je nach Art - auf verschiedenen Tieren und dem Menschen aufhalten können.

Warum sind Flöhe gefährlich/schädlich?

Flöhe lösen nicht nur einen unangenehmen Juckreiz aus, sondern können Krankheiten auf Tiere übertragen, wie beispielsweise Bandwürmer oder Bartonellen. Der Mensch bleibt von den Bissen der eingeschleppten Flöhe nicht verschont und kann im schlimmsten Fall sogar selbst krank werden (bspw. Katzenkratzkrankheit, Bandwürmer).

Bei empfindlichen Tieren kann ein einziger Flohbiss außerdem eine Allergie hervorrufen. Da sich die Flöhe vom Blut ihres Wirtes ernähren, kann es in seltenen Fällen von schwerem Flohbefall zu einer Blutarmut (Anämie) des Wirtes kommen.

Wie erkennt man Flöhe beim Haustier?

Flöhe sind zwar so groß, dass sie mit bloßem Auge gesehen werden können, aber auch sehr lichtscheu, weshalb man sie schwer findet. Bei einem Flohbefall sieht man es auf dem Haustier nicht selten wortwörtlich „hüpfen“.

Findet man kleine schwarze Pünktchen im Tierfell, kann es sich um Kot von Flöhen handeln. Man kann sie mit einem Flohkamm aus dem Fell bürsten und auf einem Taschentuch mit etwas Wasser befeuchten, um zu testen, ob es sich nicht um Schmutz handelt. Färbt sich das Taschentuch rot-bräunlich, ist es sehr wahrscheinlich Flohkot.

Tiere zeigen als Symptom eines Flohbefalls häufig nur Juckreiz, der je nach Stärke des Befalls aber sehr heftig ausfallen kann. Bei Flohbissallergikern kommt es zusätzlich zu starken Hautrötungen und gegebenenfalls zu Sekundärinfektionen der Haut. Stellen Tierhalter*innen bei sich selbst rote juckende Pünktchen auf der Haut fest, kann das ebenfalls darauf hindeuten, dass das Haustier Flöhe hat.

Was tut man, wenn das Haustier Flöhe hat?

Wer den Verdacht hat, das eigene Haustier könnte Flöhe haben, selbst verdächtige Hautareale aufweist oder sogar schon einen Floh gesehen hat, sollte umgehend eine/n Tierärzt*in aufsuchen. Je schneller Flohbefall behandelt wird desto besser.

Es gibt zahlreiche wirksame Präparate, beispielsweise in Form von Spot-Ons, aber es kann sein, dass eine einmalige Behandlung nicht ausreichend ist. Bei einem Flohbefall ist die Umgebungsbehandlung essentiell. Behandeln Sie nur das Tier, wird es sich durch die in der Umgebung sitzenden Flöhe und Eier immer wieder neu infizieren. Strenge Reinigungsmaßnahmen sind somit für eine erfolgreiche Therapie unabdingbar. Dazu gehört die ganze Wohnung inklusive Möbel gründlich zu saugen und alle Textilien mit denen das Tier in Kontakt war, zu waschen. In hartnäckigen Fällen ist das Ausbringen von Insektiziden, auch Fogger genannt, in den betreffenden Räumlichkeiten notwendig.

Mücken

Mücken befallen neben verschiedenen Haustierarten auch den Menschen.

Warum sind Mücken gefährlich/schädlich?

Mücken können gefährliche Krankheiten auf Haustiere übertragen. Die meisten Hundebesitzern wissen, dass Sandmücken in südlichen Ländern den Erreger der Leishmaniose übertragen können. Auch Katzen infizieren sich mit Leishmanien auf diesem Weg. Inzwischen wurden übertragende Mücken aber auch schon in Deutschland gefunden. Herzwürmer können ebenfalls durch Stechmücken übertragen werden.

Kaninchen können durch Mücken an den meist tödlich verlaufenden Erkrankungen der „Rhabbit Hemorrhagic Disease“ (RHD), sowie der Myxomatose erkranken.

Wie kann man sein Haustier gegen Mücken schützen?

Prophylaktische Maßnahmen sind essentiell. Vor Reisen in Länder, in denen krankheitsübertragende Mücken in großer Zahl vorkommen, sollten sich Tierbesitzer*innen bei Tierärzt*innen nach einer Reiseprophylaxe für das Haustier erkundigen. Mücken können zum Beispiel mit repellierenden Halsbändern oder Spot-on Präparaten ferngehalten werden.

Wenn möglich sollte auf Spaziergänge in der Nähe von Gewässern in den Abendstunden lieber verzichtet werden, denn dort sind Mücken sehr aktiv. Nachts können Moskitonetze im Schlafbereich einen zusätzlich Schutz bieten. Wer als Tierhalter auf Nummer sicher gehen will, meidet entsprechende Länder am besten bei der Reiseplanung.