Engagement in der Flutkatastrophe führt zu fester Kooperation:

Deutscher Tierschutzbund und Bundesverband Tierretter vereinbaren enge Zusammenarbeit

Hund bei Flut (c) Samuel Maciel/IStock
Auch Tiere sind immer wieder von Katastrophen wie Hochwasser betroffen. Symbolbild. (c) Samuel Maciel/IStock

Der Deutsche Tierschutzbund und der Bundesverband der Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste wollen zukünftig enger zusammenarbeiten. Beide Verbände und ihre Mitglieder waren gemeinsam an Rettungs- bzw. Hilfsaktionen während der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beteiligt. Ziel der Kooperation ist unter anderem eine noch bessere Vorbereitung auf Katastropheneinsätze und Großschadenslagen.

„Nach der Flut haben die Helfer vor Ort und die im Bundesverband der Tierretter organisierten Einsatzkräfte Übermenschliches geleistet und deutlich gemacht, wie unerlässlich ihr Engagement für Tiere bei Katastrophen wie diesen ist. Unsere Lehre aus der Flutkatastrophe war, dass wir die Tierrettung stärken müssen – politisch und finanziell, aber auch durch Austausch von Know-how. Denn angesichts des Klimawandels ist absehbar, dass sich solche oder ähnliche Katastrophen wiederholen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Mario Renz, Vorsitzender beim Bundesverband der Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste, ergänzt: „Wir haben den Deutschen Tierschutzbund als starken Partner kennengelernt und hoffen, dass wir uns gut ergänzen und gemeinsam die Arbeit der Tierretter auf breitere Schultern stellen. Mit der Expertise und dem Netzwerk, das so entsteht, sind wir noch handlungsfähiger.“

Konkret haben die Tierschützer und Tierretter Großeinsätze im Katastrophenfall, etwa bei Hochwasser, oder bei sogenannten Großschadenslagen im Blick. Bei Letzteren handelt es sich um Szenarien, bei denen viele Tiere in gravierende Notlagen geraten. Als erste Maßnahme ist ein Kommunikationsfahrzeug geplant, das vom Deutschen Tierschutzbund finanziert wird und sicherstellen soll, dass die Tieretter im Einsatzgebiet kommunikationsfähig sind – etwa, wenn das Mobilfunknetz zusammenbricht. Um die Infrastruktur für Großeinsätze zu verbessern, braucht es neben der Beschaffung der notwendigen Ausrüstung aber auch den politischen Rückhalt für Tierretter, damit sie Zugang zu Katastrophengebieten erhalten und als Teil von Krisenstäben anerkannt werden.

Die im Deutschen Tierschutzbund organisierten 740 Tierschutzvereine mit rund 550 Tierheimen könnten nach Rettungs- und Bergungseinsätzen als Netzwerk fungieren und die Tiere in ihre Obhut nehmen. Durch Schulungen in den Bereichen Tierschutz, Tierrettung und –evakuierung, Erste Hilfe und Recht wollen der Deutsche Tierschutzbund und der Bundesverband der Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste sich mit ihrer Expertise gegenseitig stärken. Weil die Erfahrung gezeigt hat, wie wichtig die Registrierung von Haustieren ist, damit etwa herumirrende Hunde und Katzen nach Rettungseinsätzen ihren Besitzern zugeordnet werden können, wird FINDEFIX, das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, eng in die Kooperation eingebunden.