Unsere Hilfe für Tiere in Not

Krieg in der Ukraine

Evakuierung unseres Tierschutzzentrums in Odessa

Nach aufregenden Wochen sind die ersten Tiere aus unserem Tierschutzzentrum Odessa in Deutschland angekommen. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Petra Selbertinger

Mitte März begann die Evakuierung der im Tierschutzzentrum Odessa untergebrachten Hunde...

... und Katzen nach Rumänien.

Mehrere Wochen waren die Tiere im rumänischen Tierheim Smeura der Tierhilfe Hoffnung in Quarantäne und wurden dort versorgt...

... 42 Hunde und 7 Katzen sind nun endlich in mehreren Tierheimen in Bayern und Schleswig-Holstein sowie auf dem Sonnenhof in Rottenbuch und in unserem Tierschutzzentrum Weidefeld angekommen. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Petra Selbertinger

Nach der langen Fahrt können die Tiere nun zur Ruhe kommen und sich akklimatisieren. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Petra Selbertinger

Unsere Mitarbeiter kümmern sich liebevoll um die Straßentiere, die bald in ein passendes Zuhause vermittelt werden. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Petra Selbertinger

Nur dank des aufopferungsvollen Einsatzes unserer Mitarbeiter sind die Tiere jetzt in Sicherheit. Wir danken Euch von Herzen. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Petra Selbertinger

Die ersten evakuierten Hunde und Katzen aus unserem Tierschutzzentrum in Odessa sind in Deutschland angekommen. Nachdem wir die Tiere, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Verletzung von Menschen gepflegt werden müssen, erfolgreich aus der Ukraine gebracht haben, versorgte unser Mitgliedsverein, die Tierhilfe Hoffnung, sie im rumänischen Tierheim Smeura mehrere Wochen lang für die vorgeschriebene Quarantänezeit.

Inzwischen sind 42 Hunde und 7 Katzen in Bayern und Schleswig-Holstein angekommen. Nach den Strapazen der letzten Wochen können sie nun in diversen Tierheimen, dem Tierschutzzentrum Weidefeld sowie dem Sonnenhof in Ruhe ankommen und sich akklimatisieren. Dann werden sie in ein passendes Zuhause vermittelt.

Solange es die Lage zulässt, versorgt das Tierschutzzentrum Odessa des Deutschen Tierschutzbundes frei lebende Straßenkatzen und Hunde weiter an Futterstellen – gemeinsam mit lokalen Tierschützern. Erste Katzenkastrationen konnten wieder durchgeführt werden.

Wir danken allen Tierschützern in unserem Zentrum, die in den schweren Kriegstagen weiter für die Tiere da waren und allen Helfern, die die Evakuierung ermöglicht haben. Es bleibt Sorge um die Mitarbeiter, die ihre ukrainische Heimat nicht verlassen möchten oder dürfen. Wir haben aber auch tiefen Respekt davor, dass sie sich, so lange es geht, weiter um die Straßentiere und neue ausgesetzte, zurückgelassene Tiere kümmern wollen. Wir hoffen, dass wir die gemeinsame Arbeit in unserem Tierschutzzentrum bald wieder regulär fortsetzen können.

Seit dem Jahr 2000 setzen wir uns für den Tierschutz in der Ukraine ein. 2005 haben wir in der Hafenstadt Odessa ein Tierschutz- und Kastrationszentrum eröffnet, um Straßenhunde und unzählige frei lebende Katzen in der Stadt medizinisch zu versorgen und zu pflegen.

Bärin aus der Ukraine gerettet

Nach ein paar Tagen Erholung im Innenbereich macht Kragenbärin Malvina ihre ersten Schritte nach draußen in unsere riesige Freianlage. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Jahrelang lebte Malvina in einem winzigen Käfig in einem Privatzoo, bis sie in eine Auffangstation der ukrainischen Organisation "Safe Wild" kam. © White Rock Bear Shelter

Als der Krieg ausbrach, wurde Malvina aus der Ukraine evakuiert und in unser Tierschutzzentrum gebracht. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Ankunft in Weidefeld. Willkommen bei uns, Malvina. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Erst einmal im Stroh gemütlich machen. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Dann gibt es eine wohlverdiente Stärkung nach der langen Reise. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Malvina lässt es sich schmecken. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Kragenbärin Malvina aus der Ukraine ist sicher in unserem Tierschutzzentrum Weidefeld angekommen. Als der Krieg ausbrach, wurden mehrere Bären aus einer Auffangstation in der Nähe von Kiew evakuiert und übergangsweise in einem Bärenschutzzentrum in der Westukraine untergebracht. Für Malvina und einige andere musste ein langfristiges, bärengerechtes Zuhause gefunden werden.

Gemeinsam mit der Stiftung für Bären konnten wir Malvina sicher zu uns nach Weidefeld bringen, wo wir noch Platz für einen Kragenbären hatten. In einer weitläufigen Anlage mit mehreren Gehegen leben hier schon drei Braunbär-Damen und zwei Kragenbären, die wir aus schlechter Haltung befreien konnten. Hier kann sich Malvina nach ihrem langen Leidensweg erholen, in Ruhe ankommen und den Rest ihres Lebens verbringen.

Auch zwei junge Braunbären haben ein Zuhause im Alternativen Bärenpark Worbis der Stiftung für Bären erhalten.

Tierheime helfen - Hilfsaufruf an die Politik

Katzen sitzt auf einem Schos und wird gestreichelt.

Der Krieg in der Ukraine sorgt für eine humanitäre Katastrophe, wie sie Europa seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr erlebt hat. Zugleich rollt aber auch eine nicht-humanitäre Katastrophe auf uns zu, die die deutschen Tierheime überfordern wird, wenn der Staat nicht handelt. Immer mehr Flüchtlinge kommen mit ihren Tieren nach Deutschland. Die Flüchtlingsunterkünfte verbieten aber Tierhaltung. Das führt dazu, dass Tiere in den örtlichen Tierheimen untergebracht werden sollen und sorgt bei den geflüchteten Familien, aber auch bei den Tieren für weiteres Leid durch die Trennung.

Einige der uns angeschlossenen Tierheime sind bereits aktiv, haben schon Tiere aufgenommen oder bereiten sich - zum Teil mit Umbaumaßnahmen - auf die Aufnahme von Tieren vor. Andere unterstützen Flüchtende mit Futter und Zubehör oder bieten Tierarzt-Sprechstunden in Fluchtunterkünften an. Bei all diesen Maßnahmen unterstützen wir unsere Vereine finanziell.

Es braucht aber noch mehr: Unser Hilfsaufruf an die Politik

Diese 7 Maßnahmen fordern wir

  • In den Flüchtlingsunterkünften muss die Haltung von verträglichen Tieren, deren Gesundheitsstatus von einem Tierarzt überprüft wurde, sofort zugelassen werden.
  • Die vorgeschriebene Tollwutquarantäne sollte bundesweit mit tierärztlicher Beratung auch in Privathaushalten ermöglicht werden.
  • Für die Tiere, die vorübergehend in die Obhut eines Tierheimes gegeben werden, muss die zuständige Kommune eine Erstattung der Kosten zusagen.
  • Entstehende Tierarztkosten (z. B. Laborkosten für die Bestimmung der Tollwut-Antikörper-Titer oder Materialkosten für das Setzen eines Mikrochips) müssen geregelt sein und behördlich übernommen werden.
  • Kommunen und Länder müssen umgehend zusätzliche Quarantäneunterbringungen schaffen oder dafür sorgen, dass vorhandene, aber bislang nicht zugelassene Unterbringungsmöglichkeiten entsprechend umstrukturiert werden.
  • In der Europäischen Union muss ein Sonderhilfstopf aufgesetzt werden, aus dem Tierrettungen insbesondere entlang der Grenze finanziert werden.
  • Auch Tierschutztransporte von Tieren aus der Ukraine und private Transporte von mehr als fünf Tieren sollten unter die Einfuhr-Ausnahmeregelung fallen. Notfalls müsste vorausgesetzt werden, dass vor der Einreise das Ziel und die Unterbringung der Tiere geklärt sind.

Tierrettung an der polnisch-ukrainischen Grenze

In Camp an der polnisch-ukrainischen Grenze kümmern wir uns gemeinsam mit dem Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste e.V. um Tiere und ihre Besitzer.

Viele Tiere sind unterkühlt und geschwächt, weil sie teils tagelang mit ihren Besitzern auf der Flucht waren.

Einige Tiere kommen in Kartons oder Taschen im Camp an, weil in der Eile des Aufbruchs nichts anderes da war.

Menschen, die alles verloren haben, freuen sich über Futter, Leinen, Transportkörbe etc. für ihre Tiere.

Unser Team vor Ort spendet Trost und hilft, wo es kann. © Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste e.V.

Die Teams der Tierrettung sind unermüdlich im Einsatz...

...und bringen Tiere in Sicherheit. © Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste e.V.

Oft bis spät in die Nacht. © Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste e.V.

Gemeinsam mit unserem Partner, dem Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste, haben wir ein Tierhilfe-Camp an der polnisch-ukrainischen Grenze errichtet. Menschen, die mit ihren Haustieren die Grenze erreichen, erhalten im Versorgungszelt Futter und Wasser für ihre Tiere, können sich nach all den Strapazen ausruhen und aufwärmen. Für die Weitterreise stehen Transportboxen, Geschirre und Leinen bereit.

Ende März hat unser Tierhilfe-Camp internationale Verstärkung bekommen: Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) führt die Hilfsaktionen weiter. Zusammen mit dem Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste unterstützen wir und stehen bereit, um benötigtes Futter und Ausrüstung zu liefern bzw. um vor Ort erneut mit anzupacken.

Damit Tierheime in Polen weiterhin gerettete herrenlose Haustiere aus der Ukraine aufnehmen und versorgen können, helfen wir z. B. mit Quarantäne-Boxen und koordineren Übernahmen polnischer Tiere in uns angeschlossene Tierheime in Deutschland.