Tierversuche

Tierversuche sind in Politik und Wissenschaft leider noch weitgehend akzeptiert und viele sogar für die Zulassung von Medikamenten oder Chemikalien gesetzlich vorgeschrieben. Dabei lassen sich die Ergebnisse aus Tierversuchen nur schwer auf den Menschen übertragen und bringen nicht den erhofften Durchbruch hinsichtlich dringend benötigter Therapien für Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson. Tierversuche werden also nicht gemacht, weil sie besser sind, sondern weil sie eine lange Tradition haben. Dabei gibt es bereits zahlreiche moderne, tierversuchsfreie Methoden. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass diese Alternativmethoden Tierversuche langfristig ersetzen.

Maus wird mit einer Sritze etwas injiziert.

In Tierversuchen leiden Tiere – oft stellvertretend für den Menschen. Wer Tiere schützen will, muss sich daher für die Abschaffung von Tierversuchen einsetzen.

Labor

Bei tierversuchsfreie Test- und Forschungsmethoden müssen keine Tiere leiden und sie liefern im Gegensatz zu Tierversuchen belastbare Ergebnisse.

Primat kurz vor der Operation am Kopf in einem deutschen Labor.

Mehr als 10.000 hoch entwickelte Affen leiden und sterben jedes Jahr in Tierversuchslabors der Europäischen Union. Darunter 2.219 Affen allein in Deutschland im Jahr 2016.

Diese Mäuse wurden für einen Botox-Wirksamkeitstest in einem englischen Labor gehalten. © BUAV

Botox findet als "Anti-Falten-Mittel" immer weitere Verbreitung. Für den Test jeder einzelnen Produktionseinheit Botox müssen mindestens 100 Mäuse sterben.

Weiße Ratte

Die EU-Chemikalienverordnung REACH schreibt vor, dass weiterhin genutzte Altchemikalien in Giftigkeitsprüfungen nachgetestet werden. Experten gehen davon aus, dass dafür bis zu 54 Millionen Tiere in Versuchen "verbraucht" werden könnten.

Motiv gegen Genmanipulation. Mischung aus Bär, Ente, Maus, Hase

Steigende Versuchstierzahlen in der Gentechnik: Durch Manipulationen an ihrem Erbgut machen Forscher Tiere künstlich krank, um menschliche Krankheitsbilder zu imitieren.

Einem Kaninchen wird mit einer Spritze Flüssigkeit in ein Auge injiziert.

Bislang mussten für die Überprüfung von Kosmetika unzählige Tiere leiden und sterben - 2013 ist die letzte Stufe des EU-Tierversuchsverbots in Kraft getreten. Doch selbst hier gibt es noch Gesetzeslücken.

Eine graue Maus sitzt auf vielen Maiskörnern. © Javier Castro/Fotolia.com

Lebensmittelzusatzstoffe, neuartige Lebensmittel (Novel Food) oder gentechnisch veränderte Pflanzen werden oft in Tierversuchen getestet, bevor sie auf den Markt kommen.

Fotomontage mit Versuchstieren in einem Müllerbeutel

2017 wurden in Deutschland 2,8 Millionen Wirbeltiere in Versuchen „verbraucht“. Die Zahlen bleiben damit konstant hoch. Besonders erschreckend: Die Zahl der Affen ist um 43 Prozent auf rund 3.500 Tiere gestiegen.

Labor-Maus auf einer Hand

An vielen Universitäten werden noch immer Versuche an lebenden Tieren durchgeführt oder an Tieren, die für diese Versuche vorher getötet wurden. Es gibt aber mittlerweile auch Hochschulen mit alternativen Lernmethoden.