Katzen richtig ernähren

Katze frisst aus einem Napf.

Fertigfutter
Katzen können bedarfsgerecht mit einem Fertigfutter ernährt werden. Wichtig ist, dass es als Alleinfuttermittel deklariert ist. Das bedeutet, dass das Futter alle Nährstoffe und Bestandteile enthält, die die Katze jeden Tag braucht. Nassfutter ist Trockenfutter vorzuziehen, da Katzen, die Trockenfutter fressen, wenig Wasser zusätzlich trinken. Bei Nassfutter wird die Wasseraufnahme allein schon durch die Fütterung gefördert. Das beugt Harnwegsproblemen vor. Sollte die Katze nur Trockenfutter fressen, sollte sie zum Wassertrinken animiert werden (beispielsweise durch Trinkbrunnen). Bei Katzenwelpen ist es sinnvoll, sie an viele verschiedene Futtermittel zu gewöhnen (siehe Futterprägung weiter unten). Bei erwachsenen Tieren sollten Futtermittel-Marken und Futtermittel-Sorten nicht so häufig gewechselt werden, um den Magen-Darm-Trakt der Tiere nicht unnötig zu belasten.

Selbst gekochtes Futter
Es ist auch möglich, seine Katze allein mit selbst gekochtem und zusammengestelltem Futter zu ernähren. Ein solches Futter ist zwar frei von industriellen Zusatzstoffen, die Zubereitung erfordert aber ernährungswissenschaftliche Kenntnisse und einen gewissen Zeitaufwand, um eine an Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen wirklich ausgewogene Kost herzustellen. Wer sich entscheidet, für seinen Vierbeiner selbst zu kochen, sollte zunächst entsprechende Literatur lesen und sich anschließend von einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt beraten lassen. Bei langfristiger Fütterung von selbst gekochtem Futter sollte ein Rationsplan erstellt und genau berechnet werden, um einen Mangel oder Überschuss an wichtigen Nährstoffen zu vermeiden.

Futter für kranke, trächtige oder junge Tiere
Für die Auswahl eines geeigneten Futtermittels bei kranken Tieren, trächtigen/säugenden oder heranwachsenden Tieren sollte unbedingt der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Er sollte mit entscheiden, welches Futtermittel für das individuelle Tier zum jeweiligen Zeitpunkt optimal ist.

Vorsicht bei vegetarischer und veganer Ernährung

Die vegetarische Ernährung von Katzen ist sehr kritisch zu betrachten. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser und nach § 2 Tierschutzgesetz müssen Tiere nach ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt werden. Katzen sind auf die Zufuhr der Aminosäure (Taurin) angewiesen, die natürlicherweise nur in tierischen Geweben enthalten ist. Auch Vitamin A muss die Katze über die Nahrung aufnehmen, da es unter anderem für das Knochen- und Muskelwachstum sowie für das Sehvermögen wichtig ist. Vitamin A ist vor allem in tierischen Bestandteilen wie Leber vorhanden. Vorstufen von Vitamin A, die in Pflanzen enthalten sind, können von Katzen nicht zur Synthese von Vitamin A genutzt werden. Eine rein vegetarische Ernährung kann den natürlichen Bedürfnissen einer Katze daher grundlegend nicht entsprechen. Bei gesunden erwachsenen Katzen ist eine lakto-ovo-vegetarische Ernährung (vegetarisch plus Milch- und Ei-Produkte) unter Berechnung der Rationen und Zusatz aller essenziellen Nährstoffe theoretisch möglich.

Futterprägung
Allerdings ist bei der Ernährung von Katzen noch ein anderer Aspekt zu bedenken. Es kommt vor, dass ein Tier, das sich in jungen Jahren an ein spezielles Futter gewöhnt hat, später kein anderes Futtermittel mehr akzeptiert. Man spricht in diesem Fall von Futterprägung. Dies bedeutet, dass es teilweise unmöglich ist, eine Katze, die nicht als Welpe an vegetarische Kost gewöhnt wurde, darauf umzustellen. Eine Zwangsfütterung (außer aus medizinischen Gründen) ist aus Tierschutzsicht abzulehnen. Andersherum muss man bei der vegetarischen Ernährung von Katzenwelpen auch bedenken, dass diese sich später durch eine Futterprägung möglicherweise nicht mehr auf anderes Futter umstellen lassen – dies kann zum Beispiel nötig sein, wenn die Katze aufgrund von Erkrankungen bestimmte Diäten benötigt.

Trächtige und säugende Katzen
Von einer vegetarischen Fütterung bei trächtigen oder säugenden Katzen und heranwachsenden Katzen sollte grundsätzlich abgesehen werden, da eine bedarfsgerechte Ernährung unter diesen Bedingungen nur sehr schwer zu erfüllen ist und eine Über- oder Unterversorgung zu dieser Zeit schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Tiere haben kann.

Vegane Ernährung
Eine rein vegane Ernährung von Katzen ist abzulehnen. Sie entspricht nicht den ernährungsphysiologischen Grundbedürfnissen einer Katze und ist deshalb aus Tierschutzsicht nicht vertretbar. In einigen klinischen Studien wurden erhebliche Mangelerscheinungen bei Katzen festgestellt, die vegan ernährt wurden. Somit kann durch vegane Fütterung nicht ausgeschlossen werden, dass bei der Katze Schmerzen, Leiden und Schäden durch diese Art der Fütterung entstehen, was ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bedeuten würde.

Hier finden Sie mehr Hintergrundinformationen zu vegetarischer und veganer Ernährung von Hund und Katze

Woher kommt das Fleisch im Fertigfuttermittel?

Bei der Fleischerzeugung fallen Schlachtnebenprodukte an, die nicht ihren Weg über die Ladentheke finden. Sie sind die Ausgangsmaterialien für Hunde- und Katzenfutter. Die Herstellung von Fertigfuttermitteln für Tiere ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Danach dürfen für Heimtierfutter nur tierische Nebenprodukte verwendet werden, die auch für den Menschen genusstauglich sind. Innere Organe wie Herz, Leber, Milz oder Nieren werden zum großen Teil zu Tierfutter verarbeitet. Die anfallende Menge ist so groß, dass ausreichend Fleisch für die Herstellung von Tiernahrung vorhanden ist und kein Tier nur für die Herstellung von Hundefutter geschlachtet werden muss.

Bio-Hundefutter und Bio-Katzenfutter bilden derzeit erst ein sehr kleines Marktsegment. Wenn zukünftig aufgrund erhöhter Nachfrage durch den Menschen mehr Fleisch-, Ei- und Milcherzeugnisse von Tieren aus tiergerechter Haltung gekauft werden, wird auch der Marktanteil von Hunde- und Katzenfutter wachsen, für dessen Herstellung Schlachtnebenprodukte von Tieren aus tiergerechter Haltung verwendet werden. Letztendlich entscheidet allein der Mensch mit seinem eigenen Konsumverhalten darüber, wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hühner und andere Geflügelarten gehalten werden.

Allergisch auf Futtermittel?

Katzen können auf Futtermittel allergisch reagieren. Meist sind die Ursachen nicht auf einen Wechsel des Futtermittels zurückzuführen, wie viele Tierhalter meinen. Es treten vielmehr Reaktionen auf ein Futter auf, das der Hund oder die Katze bereits seit längerer Zeit frisst.

Eine Unverträglichkeitsreaktion oder gar eine Futtermittelallergie kann durch alle Bestandteile des Futters ausgelöst werden. Häufige Allergene sind Eiweiße, aber auch bestimmte Getreidesorten oder Futterzusatzstoffe.

Die Symptome einer solchen Erkrankung sind vielfältig. Sie können die Haut und/oder den Magen-Darmtrakt betreffen:

  • Juckreiz (besonders im Ohren und Kopfbereich)
  • Ödeme um die Augen (Verdickungen)
  • Hautentzündungen und anderer Hautreaktionen
  • Durchfall
  • Erbrechen

Die Diagnostik ist meist sehr schwierig und langwierig, da die gleichen Symptome auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden.

Hat der Tierarzt den Verdacht, dass eine Futtermittelallergie vorliegen könnte, wird er eine Eliminationsdiät zusammenstellen. Das bedeutet, dass der Tierhalter über mehrere Wochen (mindestens 6-8) ein Futter mit einer bisher noch nie gefütterten Eiweiß- und Kohlenhydratquelle füttert. Alternativ kann auch eine sogenannte „hypoallergene“ Diät gefüttert werden, in der die Eiweiße so aufgeschlüsselt sind, dass die Katze nicht mehr allergisch darauf reagiert. Auch Zusatzstoffe können Allergien hervorrufen. Das trifft sowohl für die Verwendung von Fertigfutter als auch für Zusätze zu, die der Tierhalter selbst zubereitetem Futter beimischt.

Die beste Therapie besteht – wie bei allen Allergien – darin, die auslösende Substanz zu vermeiden. Diese zu identifizieren, ist aber oft sehr schwierig. Um abzuklären, ob es sich überhaupt um eine Futtermittelallergie handelt bzw. um den allergieauslösenden Futterbestandteil zu identifizieren, sind häufig ein langer Atem und regelmäßige tierärztliche Kontrollen nötig.