Katzen richtig ernähren

Katze frisst aus einem Napf.

Man sollte sein Heimtier nicht lebenslang nur mit einem einzigen Alleinfuttermittel ernähren. Durch einen regelmäßigen Wechsel kann man sicherstellen, dass das Tier wirklich ausgewogen und vor allem abwechslungsreich ernährt wird. Außerdem beugt man der Gefahr vor, dass das Tier sich an eine ganz spezielle Futtersorte gewöhnt und nur noch diese eine Sorte fressen mag. Zusätzlich kann der Tierbesitzer für Abwechslung sorgen, indem er zusätzlich – je nach Vorliebe des Tieres – zum Beispiel Reis, Kartoffeln, Gemüse (z. B. Rüben, gekochter Mais) und Magerquark ergänzt. 

Die alleinige Ernährung einer Katze mit selbst gekochtem und zusammengestelltem Futter ist ebenfalls möglich. Ein solches Futter ist zwar frei von industriellen Zusatzstoffen, die Zubereitung erfordert aber ernährungswissenschaftliche Kenntnisse und Zeitaufwand, um eine an Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen wirklich ausgewogene Kost herzustellen. Wer sich entscheidet, für seinen Vierbeiner selbst zu kochen, sollte zunächst entsprechende Literatur lesen und sich anschließend von seinem Tierarzt beraten lassen.  Die Erfahrung zeigt, dass der Tierhalter von sich aus oft immer wieder auf die gleichen Zutaten zurückgreift. Hier kann Einseitigkeit entstehen und damit auch ein Mangel oder ein Überschuss an essentiellen Nährstoffen verbunden sein. Empfehlenswert ist die Erstellung eines wissenschaftlichen Rationsplans.

Für die Auswahl eines geeigneten Futtermittels für kranke Tiere, für Hochleistungstiere oder für heranwachsende Tiere sollte unbedingt der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Er sollte mitentscheiden, welches Futtermittel für dieses Individuum zum jeweiligen Zeitpunkt optimal ist.

Katzen nicht vegetarisch ernähren

Katzen dürfen nicht vegetarisch ernährt werden. Sie sind auf eine essentielle Aminosäure (Taurin) angewiesen, die nur in tierischem Protein enthalten ist. Auch die Fettsäure Arachidonsäure, die für Katzen lebensnotwendig ist, ist nur in tierischen Fetten enthalten. Auf der Grundlage einer Doktorarbeit über vegetarische Ernährung von Hunden und Katzen sowie mehrerer Gespräche mit Prof. Dr. Ellen Kienzle (Lehrstuhl für Tierernährung am Institut für Veterinärmedizin der Universität München) können wir eine vegetarische Ernährung von Katzen aus Tierschutzgründen nicht empfehlen.

Bei der Ernährung von Katzen ist außerdem noch ein anderer Aspekt zu bedenken. Es kommt vor, dass ein Tier, das sich in jungen Jahren an ein spezielles Futter gewöhnt hat, später kein anderes Futtermittel mehr akzeptiert. Man spricht in diesem Fall von "Futterprägung". Eine Futterprägung auf ein vegetarisches Futtermittel könnte eine spätere Futterumstellung unmöglich machen. Doch eine Futterumstellung könnte unumgänglich sein, wenn sich herausstellen sollte, dass das vegetarische Futter den Nährstoffbedarf der Katze nicht decken kann. Daraus ergeben sich Gefahren für die Gesundheit der Katze, die nicht abschätzbar sind. Von einer vegetarischen Katzenernährung raten wir daher dringend ab!

Woher kommt das Fleisch im Fertigfuttermittel?

Bei der Fleischerzeugung fallen Schlachtnebenprodukte an, die nicht ihren Weg über die Ladentheke finden. Sie sind die Ausgangsmaterialien für Hunde- und Katzenfutter. Die Herstellung von Fertigfuttermitteln für Tiere ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Danach dürfen für Heimtierfutter nur tierische Nebenprodukte verwendet werden, die auch für den Menschen genusstauglich. Innere Organe wie das Herz, die Leber, die Milz oder die Nieren werden zum großen Teil zu Tierfutter verarbeitet. Die anfallende Menge ist so groß, dass ausreichend Fleisch für die Herstellung von Tiernahrung vorhanden ist und kein Tier nur für die Herstellung von Hundefutter geschlachtet werden muss.

Bio-Hundefutter und Bio-Katzenfutter bilden derzeit erst ein sehr kleines Marktsegment. Wenn zukünftig aufgrund erhöhter Nachfrage durch den Menschen mehr Fleisch-, Ei- und Milcherzeugnisse von Tieren aus tiergerechter Haltung gekauft werden, wird auch der Marktanteil von Hunde- und Katzenfutter wachsen, für dessen Herstellung Schlachtnebenprodukte von Tieren aus tiergerechter Haltung verwendet werden. Letztendlich entscheidet allein der Mensch mit seinem eigenen Konsumverhalten darüber, wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hühner und andere Geflügelarten gehalten werden.

Allergisch auf Futtermittel?

Katzen können auf Futtermittel allergisch reagieren. Meist sind die Ursachen nicht auf einen Wechsel des Futtermittels zurückzuführen, wie viele Tierhalter meinen, sondern es treten Reaktionen auf ein Futter auf, das der Hund oder die Katze bereits seit längerer Zeit frisst.

Eine Unverträglichkeitsreaktion oder gar eine Futtermittelallergie kann durch alle Bestandteile des Futters ausgelöst werden. Häufige Allergene sind Eiweiße, bestimmte Getreidesorten oder Futterzusatzstoffe.

Die Symptome einer solchen Erkrankung sind vielfältig. Sie können die Haut und/oder den Magen-Darmtrakt betreffen:

  • Juckreiz (besonders im Ohren und Kopfbereich)
  • Ödeme um die Augen (Verdickungen)
  • Hautentzündungen und anderer Hautreaktionen
  • Durchfall
  • Erbrechen

Die Diagnostik ist meist sehr schwierig und langwierig, da die gleichen Symptome auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden.

Hat der Tierarzt den Verdacht, dass eine Futtermittelallergie vorliegen könnte, wird er eine Eliminationsdiät zusammenstellen. Dies bedeutet, dass der Tierhalter über mindestens neun Wochen selbstgekochtes Futter nach einem festen Rationsplan füttert. Das tierische Eiweiß sollte in dieser Phase ausschließlich von einer Tierart stammen, die möglichst vorher nicht Bestandteil des Fertigfutters war. Auch Zusatzstoffe können Allergien hervorrufen. Dies trifft sowohl für die Verwendung von Fertigfutter als auch für Zusätze zu, die der Tierhalter selbst zubereitetem Futter beimischt.

Die beste Therapie besteht – wie bei allen Allergien – in der Vermeidung der auslösenden Substanz, deren Identifizierung aber oftmals sehr schwierig ist. Um abzuklären, ob es sich überhaupt um eine Futterunverträglichkeit handelt bzw. um den allergieauslösenden Futterbestandteil zu identifizieren, muss ein auf Kleintiere und deren Ernährung spezialisierter Tierarzt zu Rate gezogen werden.