Frei lebende Katzen

Sie finden sich auf verwilderten Grundstücken, in verlassenen Fabrikgeländen oder auf Friedhöfen - frei lebende Katzen leben meist ohne direkten Kontakt zum Menschen. Häufig sind sie die Nachkommen von nicht kastrierten Hauskatzen oder auch ausgesetzten Tieren. Viele von ihnen sind krank, unternährt oder verletzt. Ihr Schicksal interessiert kaum jemanden, obwohl sie auf die Hilfe der Menschen angewiesen sind: Als domestizierte Haustiere sind Katzen nicht mehr in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen.

Eine weiß/getigerte Katze steht auf einem Ast. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V./Ehrhardt
© Deutscher Tierschutzbund e.V./Ehrhardt

Kontrollierte Futterstellen

Da sich viele dieser sehr scheuen Tiere nicht mehr an den Menschen gewöhnen, gibt es nur die Möglichkeit den Tieren ihr Leben zu erleichtern. Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierschutzvereine betreuen daher frei lebende Katzen an kontrollierten Futterstellen. Diese Anlaufstellen geben den Tierschutzvereinen die Möglichkeit, die Anzahl und den Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen. Bei Impfungs- und Kastrationsaktionen werden die Katzen eingefangen, medizinisch versorgt, geimpft, unter Narkose kastriert und anschließend in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen. Auf diese Weise vermehren sich die frei lebenden Katzen nicht immer weiter.

Kastration

Die Gemeinden sind dazu verpflichtet, sich um frei lebende Katzen zu kümmern, wenn diese eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen. Dies gilt nicht nur, wenn ein verunglücktes Tier aufgefunden wird, dessen Besitzer unbekannt ist, sondern auch dann, wenn herrenlose Tiere an Infektionskrankheiten leiden oder wenn sie die Bevölkerung belästigen - beispielsweise wenn verelendete, kranke Katzen um Futter betteln, kleine Kinder kratzen oder in ähnlichen Situationen. Rechtlich gesehen muss derjenige, der die Behandlung eines Tieres veranlasst, auch die Tierarztkosten übernehmen. 

Viele Tierschutzvereine finanzieren je nach ihren Möglichkeiten zusätzlich zur Kastration der Tierheimtiere auch die Kastration frei lebender Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund kann aus satzungsrechtlichen Gründen privat organisierte Kastrationen grundsätzlich nicht bezuschussen. Wenn Tierfreunde mit einem uns angeschlossenen Tierschutzverein eine Zusammenarbeit bei der Kastration und Weiterbetreuung von frei lebenden Katzen vereinbart haben, können wir unseren Mitgliedsverein unterstützen. 

Bei Kastrationsaktionen sollten frei lebende Katzen neben dem Transponder auch äußerlich sichtbar gekennzeichnet werden. Eine solche max. 1 cm große Kerbe im Ohr hilft, die Tiere schon aus der Ferne als kastriertes Tier von anderen noch unkastrierten Katzen zu unterscheiden. So muss man die scheuen Tiere nicht dem enormen Stress des Einfangens und Handlings aussetzen, um fest zu stellen, ob sie kastriert oder anderweitig gekennzeichnet sind. Der Eingriff wird zusammen mit der Kastration in Vollnarkose durchgeführt und ist daher für die Katzen nicht mit Schmerzen verbunden.

Hauskatzen kastrieren

Zu den Ursachen des Katzenelends zählen auch Hauskatzen, die mit frei lebenden Katzen immer neue Nachkommen zeugen. Deshalb unser dringlicher Appell: Bitte lassen Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren, damit die Gruppen der frei lebenden Katzen nicht weiter wachsen.

Aus Sicht des Tierschutzes sind auch Landwirte - wie jeder andere Katzenhalter auch - im Sinne des Tierschutzgesetzes in der Verpflichtung, sich für ihre Tiere und auch deren Nachkommen verantwortlich zu fühlen. Dazu zählt die artgerechte Pflege ebenso wie die tierärztliche Versorgung im Krankheitsfall. Auch sollten sie ihre Katzen kastrieren lassen. Unkastrierte Tiere, die unbeaufsichtigt frei herumlaufen, tragen durch ihren Nachwuchs andernfalls zu dem großen Elend der zahlreichen frei lebenden Katzen bei. Landwirte, die die Kosten und den logistischen Aufwand für die Kastration einer Katze/eines Katers scheuen, können anstelle von unkastrierten Katzen bereits kastrierte Tiere aus einem Tierheim aufnehmen.