Statistiken zu Versuchstieren

Deutschland 2018: Konstant hohe Zahlen - fast drei Millionen Tiere leiden und sterben in Laboren

Fotomontage mit Versuchstieren in einem Müllerbeutel

Der „Verbrauch“ von Tieren in Versuchen ist in Deutschland konstant hoch geblieben: 2018 wurden insgesamt 2.825.066 Wirbeltiere und Kopffüßer (Kraken und Tintenfische) für wissenschaftliche Zwecke verwendet. 686.352 Tiere wurden ohne vorherige Tests getötet. Wir kritisieren die hohe Zahl der Tiere, die für die Wissenschaft geopfert werden und fordern erneut von der Bundesregierung, eine Strategie zu entwerfen, wie man Tierversuche langfristig komplett durch tierversuchsfreie Methoden ersetzen kann und so dem endgültigen Ziel der EU-Tierversuchsrichtlinie Rechnung zu tragen - wie sie es schon seit Jahren ankündigt.

2018 wurden vor allem Mäuse (2,1 Millionen) und Ratten (300.000), zusammen 85 Prozent, und Fische (230.000), 8 Prozent, in Tierversuchen verwendet. Aber auch 86.000 Kaninchen und 765 Katzen kamen zum Einsatz. Besonders erschreckend: Die Zahl der verwendeten Hunde stieg um über 600 Tiere auf 3.993 - eine Steigerung um 20 Prozent. Die Zahl der Affen blieb mit 3.324 Tieren auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Insgesamt 124.702 Tiere, also fast 10.000 mehr als im Jahr zuvor, mussten den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden erleiden. Bei fast einer Million Tiere wurde deren Erbinformation manipuliert, um sie künstlich krank oder dem Menschen ähnlicher zu machen. Eine besorgniserregende Entwicklung, die leider zeigt, dass Forscher mit gleichbleibender Begeisterung mit dem Erbgut von Tieren im Bereich der Gentechnik spielen.

44 Prozent der in Tierversuchen verwendeten Tiere dienten der reinen Grundlagenforschung, also für Versuche ohne konkreten oder absehbaren Nutzen für den Menschen. Weitere 23 Prozent wurden bei der Herstellung oder Qualitätskontrolle von medizinischen Produkten oder für toxikologische Sicherheitsprüfungen verwendet, wie sie etwa für Arzneimittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel vorgeschrieben sind. 15 Prozent dienten der Erforschung von Erkrankungen von Menschen und Tieren. Ebenfalls etwa 15 Prozent wurden für die Erhaltungszucht von genetisch veränderten Tieren, in den meisten Fällen Mäusen, verwendet.

EU: Deutschland auf dem skandalösen 2. Platz

11,5 Millionen Tiere wurden 2011 laut dem Bericht der Europäischen Kommission (Dezember 2013) in der EU in Versuchen verwendet. Der traurige zweite Platz geht an Deutschland, das nach Frankreich die meisten Tiere verbrauchte. War 2008 noch das Vereinigte Königreich an zweiter und Deutschland an dritter Stelle, so ist Deutschland nun aufgerückt.

Die EU-Kommission wird voraussichtlich Anfang 2020 den nächsten Bericht zur Anzahl der in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union für Versuchs- und andere für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere veröffentlichen. Es ist davon auszugehen, dass Deutschland hier wieder unter den traurigen Spitzenreitern zu finden sein wird.

Leider werden bei der statistischen Erfassung in der EU und in Deutschland viele Tiere gar nicht erfasst. Sie werden im Überschuss in den Laboren produziert und häufig einfach getötet, wenn sie aus Forschersicht nicht das passende Alter, das richtige Geschlecht oder die gewünschte Erbinformation aufweisen.