Animal Hoarding

Die Sucht, Tiere zu horten

Meerschweinchen aus einem Animal-Hoarding-Fall. © Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.
Meerschweinchen aus einem Animal-Hoarding-Fall. © Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.

Animal Hoarding kann mit Tiersammel-Sucht oder Tierhorten übersetzt werden. Es beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an Futter, Wasser, Hygiene, Pflege und tierärztlicher Betreuung. Die Halter erkennen nicht, dass es den Tieren in ihrer Obhut schlecht geht.

Woran erkenne ich Tierhorter?

Es gibt Anzeichen, die dabei helfen, dieses Krankheitsbild zu erkennen. Wenn die folgenden drei Kriterien erfüllt sind, handelt sich um einen beginnenden Fall von Tiersammel-Sucht:

  • es werden mehr Tiere gehalten, als in Deutschland im Durchschnitt üblich
  • auf dem vorhandenen Gelände bzw. in den vorhandenen Räumlichkeiten leben zu viele Tiere (nach Einschätzung des Amtsveterinärs auf Grundlage von Minimalanforderungen, die wissenschaftlich ermittelt und publiziert wurden)
  • der Halter zeigt trotz überdurchschnittlich hoher Tierzahl und zu geringem Raumangebot keine Einsicht, dass der Tierbestand reduziert werden muss
Hunde aus einem Animal-Hoarding-Fall

In Fällen von Animal Hoarding brauchen sowohl die Tiere als auch die Menschen dringend Hilfe. Doch hierzulande ist die Krankheit noch wenig bekannt.

Deshalb hat der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit Amtstierärzten und Psychologen eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gegründet, um diejenigen, die sich beruflich mit diesem Krankheitsbild auseinandersetzen müssen - wie Amtstierärzte, Tierheimmitarbeiter, Staatsanwälte, Mitarbeiter im sozialpsychologischen Dienst, - umfassend zu informieren.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Krankheit Animal Hoarding mit einer Kurzdarstellung einiger wissenschaftlicher Erkenntnisse  und eine Auswertung von Animal-Hoarding-Fällen zwischen 2012 und 2018.