Tierschutzlehrer

Ziel der einjährigen Tierschutzlehrer-Weiterbildung des Deutschen Tierschutzbundes ist es, im Tierschutz Aktive fachlich und didaktisch zu qualifizieren, um Unterrichtsbesuche von der Grundschule bis zur sechsten Klasse gestalten zu können. Dabei steht die Praxis im Vordergrund: Die Teilnehmer lernen anhand von Beispielen, wie sie Tierschutz - darunter die Themen Heimtiere, Landwirtschaft, Wildtiere, Schule und Lernen sowie Mensch und Tier - an Kinder verschiedener Altersstufen altersgerecht vermitteln können. Zur Ausbildung gehören neben Diskussionen in Kleingruppen und Beispielen aus der Jugendarbeit des Deutschen Tierschutzbundes und seiner Vereine auch anschauliche Exkursionen, etwa in Tierheime oder ein Versuchslabor für Alternativmethoden zum Tierversuch.

Die Tierschutzlehrer-Weiterbildung ist in fünf Wochenend-Module zu den Themen Heimtiere, Schule und Lernen, Mensch und Tier, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere gegliedert, die an der Akademie für Tierschutz in Neubiberg bei München stattfinden. Die Plätze für 2019 sind bereits belegt.

Tierschutzlehrer im Einsatz

Angehende Tierschutzlehrer bei einer Gruppenarbeit

Über 120 Tierschutzlehrer haben die Weiterbildung des Deutschen Tierschutzbundes bereits erfolgreich abgeschlossen und können von Lehrerinnen und Lehrern für den praxisnahen Tierschutzunterricht in der Schule hinzugezogen werden. Die Tierschutzlehrer sind fachlich und methodisch so ausgebildet, dass sie kompetent Tierschutzunterricht mit Kindern betreiben können.

Beim Thema Tierschutz, das bisher nicht in den Lehrplänen steht, können die Tierschutzlehrer Schulen unterstützen – etwa in AGs, bei Projektwochen oder einzelnen Unterrichtseinheiten. Über die Tierschutzlehrer-Suche finden Sie Tierschutzlehrer in Ihrer Nähe und können Sie per Mail kontaktieren.

Tierschutz spielerisch erfahren

Angehende Tierschutzlehrerin beim Landwirtschaftsmodul

Hauptbestandteil des Tierschutzunterrichts ist die praktische Arbeit. Dazu zählt vor allem, dass die Kinder Dinge selbst ausprobieren können. Um die bedrängte Situation von Legehennen nachzuempfinden, stellen sich die Kinder zum Beispiel in ein auf dem Boden abgeklebtes, ein Quadratmeter großes Feld. Schnell wird ihnen dabei deutlich, wie bedrückend die Lebensumstände für Legehennen in der Kleingruppenkäfighaltung sind.

Rollenspiele und das Hineinversetzen in das Erleben des Tieres helfen häufig dabei, das Verhalten der Tiere und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Die Kinder sollen im Rahmen des Unterrichts Empathie zu den verschiedenen Tierarten aufbauen und lernen, wie sie selbst Einfluss nehmen und Verbesserungen für die Tiere schaffen können. Dazu zählen etwa die artgerechte Haltung eigener Heimtiere, die Möglichkeiten Wildtiere zu schützen oder ein bewussterer Fleischkonsum.