Deutscher Tierschutzpreis 2018

In Berlin fand am 9. Oktober 2018 zum 14. Mal die Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises statt. Der bundesweit einzigartige Preis zeichnet Tierfreunde für ihren nachhaltigen Einsatz für Tiere aus. Er ist mit insgesamt 7.000 Euro dotiert und wird vom Deutschen Tierschutzbund gemeinsam mit den Marken Pedigree und Whiskas sowie den Zeitschriften FUNK UHR und SUPER TV verliehen. 

Preisträger und Laudatoren beim Deutschen Tierschutzpreis 2018
Die Preisträger und Laudatoren beim Deutschen Tierschutzpreis 2018 von links nach rechts: Raoul Hamacher von Mars Petcare, die Musiker Thomas Blaeschke und Sara Dähn, Sängerin Stefanie Hertel, Frank Schmidt (Vertretung für Dr. Susanne Schmidt, 2. Preis), Gudrun Lumpp (Lebenswerk), Guido und Samuel Schäfer (3. Preis), Ann-Catrin Schmidt (1. Preis), Frau Woll und Frau Weiland von den Stadttauben Saarbrücken (Sonderpreis), Martina Born von den Stadttauben Hamburg (Sonderpreis), Britta Wolff von Klambt und Stefanie Heidrich von Klambt (Klambt-Verlag), Sängerin Dorthe Kollo, Thomas Schröder - Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und Nina Ruge. © Uwe Tölle

1. Preis: Ann-Catrin Schmidt - Engagement für Tierschutz in der Schule

Ann-Catrin Schmidt aus Alsfeld (Hessen) erreichte den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz beim Deutschen Tierschutzpreis 2018. Den Tierschutzpreis erhielt sie für ihr tierschützerisch-schulisches Engagement. Als Förderschullehrerin verdeutlicht sie Kindern in verschiedensten Projekten und Schul-AGs, was Tierschutz bedeutet und wie jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann. Neben dem Vorsitz im Tierschutzverein Alsfeld ist sie im Verein Schüler für Tiere e.V. aktiv. Der Verein unterstützt unter anderem das weltgrößte Tierheim, die Smeura in Rumänien. Schmidt entwickelte für die Kinder vor Ort Unterrichtsmaterial, mit dessen Hilfe sie diese für den Umgang mit Tieren und ihren Schutz sensibilisiert. Die von ihr entworfene „Materialkiste zum Thema Hund" kommt mittlerweile an 23 rumänischen Schulen zum Einsatz.

2. Preis: Dr. Susanne Schmidt von der Wildtierauffang- und Pflegestation Cottbus-Skadow e.V. (Brandenburg)

Alle verletzten, entkräfteten oder verwaisten Wildtiere, die von Privatpersonen, der Feuerwehr, Behörden oder von Tierheimen in die Station gebracht werden, versorgt Dr. Susanne Schmidt von der Wildtierauffang- und Pflegestation Cottbus-Skadowfachgerecht mit viel Engagement – und das seit über 30 Jahren. Dafür erhielt sie den 2. Preis, dotiert mit 2.000 Euro. Auch die Wiederauswilderung gehört zu den Aufgaben der Station, die als einzige ihrer Art im Umkreis Anlaufstelle für alle Wildtier-Notfälle ist.

3. Preis: Airliner4Animals e.V. aus Mannheim (Baden-Württemberg)

Den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz belegten die Tierschützer des Vereins Airliner4Animals e.V. aus Mannheim (Baden-Württemberg). Die Grundidee des Vereins ist es, andere gemeinnützig anerkannte Vereine und Organisationen weltweit in erster Linie finanziell zu unterstützen. Durch einzelne Projektpaten, die jeweils ein Projekt betreuen, wird sichergestellt, dass die gesammelten Spendengelder auch am richtigen Fleck ankommen. Um die einzelnen Projekte in regelmäßigen Abständen zu besuchen, nutzen die Airline-Angestellten ihre Aufenthalte in fernen Ländern.

Preis für tierschützerisches Lebenswerk: Gudrun Lumpp

Die Tierschützerin Gudrun Lumpp aus Paderborn (Nordrhein-Westfalen) erhielt den mit 1.000 Euro dotierten Tierschutzpreis für das Lebenswerk. Seit über 60 Jahren betreibt die fast 80-jährige aktiven Tierschutz. Bereits in den 1970er Jahren lag ihr besonders die Kastration von Straßenkatzen und die damit zusammenhängende Aufklärung der Bevölkerung am Herzen. Aus eigener Kraft und mit viel Ausdauer und großem finanziellen Einsatz hat Gudrun Lumpp vor über 20 Jahren schließlich ein Tierheim errichtet – den Tierhort Albert Schweitzer in Paderborn. Hier leben vor allem alte Tiere, für die sich kaum noch ein Zuhause finden lässt. Aber auch Wildschwein „Otto“ hat hier seit 17 Jahren einen festen (Gnaden-)Platz. 

Sonderpreis für Arbeit im Taubenschutz

Mit einer Auszeichnung in der Sonderkategorie wurden in diesem Jahr der Verein Stadttauben Saarbrücken e.V. (Saarland) sowie der Verein Hamburger Stadttauben e.V. gemeinsam mit dem Taubenprojekt des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V. geehrt. Die Vereine haben sich zum Ziel gesetzt, durch Öffentlichkeitsarbeit das Image der oft verkannten Stadttauben zu verbessern. Zudem betreuen sie Taubenschläge, in denen die intelligenten Tiere gefüttert und bei Bedarf medizinisch versorgt werden. Um die Population der Stadttauben tierschutzgerecht zu reduzieren, tauschen die Tierschützer gelegte Eier in den Schlägen durch Gipseier aus. Die Projekte im Saarland und in Hamburg erhielten jeweils ein Preisgeld von 500 Euro.

Prominente ehrten die Preisträger

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hielt ein Grußwort. Als Teil der Jury war Sängerin Stefanie Hertel, Tierschutzbotschafterin des Deutschen Tierschutzbundes, erneut für die Auswahl der Preisträger mit verantwortlich und hielt die Laudatio für das Lebenswerk. Gemeinsam mit dem Sänger und Gitarristen Lanny Lanner gestaltete Hertel zudem das musikalische Rahmenprogramm. Auch die Sängerinnen Dorthe Kollo und Sara Dähn ehrten die Preisträger mit Laudationes und begeisterten das Publikum mit ihren musikalischen Beiträgen. Nina Ruge hielt die Laudatio für die Preisträger der Sonderkategorie und führte gemeinsam mit Moderator Attila Weidemann durch den Abend. Viele weitere prominente Gäste im Publikum, darunter Daniela Katzenberger, Jay Khan, Allessa und Mitch Keller, machten deutlich, dass der Tierschutz einen hohen Stellenwert hat.