Zur heute veröffentlichten „Vision for Agriculture and Food“ der Europäischen Kommission kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:
„Die Zukunftsvision der EU-Kommission für die europäische Landwirtschaft birgt keine großen Überraschungen, enthält aber wichtige Tierschutz-Aspekte.
Die angekündigte Überarbeitung der Tierschutzgesetzgebung samt einem Ausstieg aus der Käfighaltung ist lange überfällig. Die Forderung, dass importierte tierische Produkte auch den zukünftigen EU-Tierschutzstandards entsprechen sollen, ist begrüßenswert! Eine Verbesserung der Tierhaltung in der EU wäre so möglich, ohne dass deutsche Landwirte wirtschaftliche Einbußen durch Billigimporte befürchten müssen. Gleichzeitig könnte dies dazu führen, dass Partnerländer, die weiter Handel mit der EU betreiben wollen, ihre Standards ebenfalls anheben.
Der Wunsch nach einer „Diversifizierung der Proteinquellen“ in der Vision kann und muss bedeuten, dass die EU in Zukunft mehr pflanzliche Proteine produziert. Es fehlt jedoch ein Aktionsplan wie die Umstellung auf pflanzliche Ernährung und Proteindiversifizierung gelingen kann.
Insgesamt fehlen in der Vision wichtige Puzzleteile für eine vollständige Umstellung auf nachhaltigere und tierfreundliche Systeme. So bleiben etwa die Angaben zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eher vage. Auch wenn eine Entbürokratisierung wünschenswert ist, ist zu befürchten, dass die geplante Vereinfachung der GAP wieder Verschlechterungen von Umweltstandards zur Folge haben könnte. Dem gilt es unbedingt entgegenzuwirken.“







