Liegende Katze wird gestreichelt

Ablauf, Kosten und Tierschutzaspekte Alles rund um die Kastration von Katzen

Die Kastration von Katzen hat viele Vorteile. Der Eingriff schützt die Tiere und kann Stress und Leid verhindern. Wir klären auf, wie eine Kastration abläuft, welche Kosten entstehen und warum Katzen davon profitieren.

Wer eine Katze als Jungtier aufnimmt, muss sich nach kurzer Zeit mit dem Thema Kastration beschäftigen. Denn eine weibliche Katze kann jedes Jahr mehrmals Nachwuchs bekommen. Kater können das ganze Jahr über zahlreiche Katzen decken. Dies lässt sich mit einer Kastration verhindern. Viele Halter*innen sind dabei jedoch zögerlich. Klar ist: Die Kastration von Freigängerkatzen ist aus Tierschutzsicht wichtig.

Die Kastration im Überblick

Alter

Kastration ist ab dem vierten Lebensmonat sinnvoll

Dauer des Eingriffs

je nach Geschlecht circa 30 bis 60 Minuten

Behandlungsform

Meistens ambulant, die Katze darf in der Regel am selben Tag nach Hause

Vorteile

verhindert unerwünschten Nachwuchs, mindert Leid der Straßenkatzen, beugt hormonellem Stress vor, vermindert das Risiko für Ansteckung mit Infektionskrankheiten

Kastration ist wichtig, um Tierleid vorzubeugen

Wer seine Katze kastrieren lässt, vermeidet ungewollten Nachwuchs. Dies ist für den Tierschutz aus mehreren Gründen wichtig. Viele Kitten landen in Tierheimen, die ohnehin überfüllt sind. Denn oft sind Halter*innen mit den Kitten überfordert. Andere können es sich nicht leisten, sie aufzuziehen. Manche setzen die Kätzchen sogar aus. Sich selbst überlassen haben es die Tiere auf der Straße schwer. Genauso wie die Millionen Straßenkatzen, die in Deutschland bereits um ihr Überleben kämpfen. Sie hungern und frieren. Im Gegensatz zu Wildtieren können sie sich nicht selbst ausreichend versorgen. Im Gegenteil: Sie sind auf menschliche Hilfe angewiesen. Zudem sind sie oft krank, weil sie keinen Menschen haben, der sich um sie kümmert. Viele Straßenkatzen sterben in den ersten Lebensmonaten. Ihr Leid ist öffentlich jedoch kaum sichtbar. 

Jede Straßenkatze in Deutschland stammt ursprünglich von einer unkastrierten, privat gehaltenen Katze ab. 

Um diesen Kreislauf zu stoppen, müssen auch Freigängerkatzen mit einem Zuhause kastriert werden. Sonst pflanzen sie sich unkontrolliert fort. Und die Population der Straßenkatzen wächst immer weiter an. Wir als Deutscher Tierschutzbund fordern daher eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Denn jede kastrierte Katze trägt dazu bei, das Leid der Straßenkatzen zu mindern.

Gesundheitliche Vorteile der Kastration

  1. Kastrierte Katzen werden nicht mehr rollig. Bei ihnen besteht keine Gefahr, dass sie hormonbedingte Erkrankungen bekommen.
  2. Katzen und Kater sind nach einer Kastration ausgeglichener. Denn sie bilden keine Sexualhormone mehr. Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Tiere bei Kämpfen verletzen oder untereinander Krankheiten übertragen.
  3. Kastrierte Tiere suchen nicht nach Geschlechtspartnern. Freigänger haben dann kleinere Streifgebiete. Das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, ist dadurch geringer.

Kastration bedeutet, Verantwortung zu übernehmen

Dass Katzen einmal rollig werden oder Junge bekommen sollten, ist ein Mythos. Eine Trächtigkeit und die Aufzucht von Kitten sind für Katzen kräftezehrend. Katzen haben dadurch keine gesundheitlichen Vorteile. Zudem fördern unkastrierte Freigängerkatzen das Leid von Straßenkatzen. Halter*innen sollten Verantwortung übernehmen und ihr Tier kastrieren lassen.

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Wie läuft eine Katzenkastration ab?

  • Voruntersuchung: Für die Kastration bekommen Katzen eine Vollnarkose. Deshalb ist vorher mindestens ein Besuch in der tierärztlichen Praxis notwendig. Die Tierärztin oder der Tierarzt untersucht die Katze und prüft, ob bei ihr eine Narkose möglich ist.
  • Abend vor der Operation: Die Katze darf acht bis zwölf Stunden vorher nicht fressen. Dies soll verhindern, dass die Katze während der Narkose erbricht, da sie sonst ersticken könnte.
  • Tag der Operation: Halter*innen geben ihre Katze meist morgens in der Praxis ab. Dort wird sie noch einmal untersucht. Anschließend erhält sie eine Vollnarkose. Der chirurgische Eingriff dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Bei weiblichen Katzen ist die Operation aufwendiger, da ihre Bauchhöhle mit einem kleinen Schnitt geöffnet werden muss. Deshalb dauert die Kastration bei Katzen etwas länger als bei Katern.
  • Nach der OP: Die Tiere müssen vollständig aus der Narkose aufwachen, bevor sie nach Hause dürfen. Meist erholen sich Katzen nach ein paar Stunden von der Narkose.

Was kostet eine Kastration?

  • Seit November 2022 kostet die Kastration circa 150 bis 250 Euro. In manchen Fällen sind es etwa 300 Euro.
  • Die Kosten für eine Kastration basieren auf der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte, kurz GOT.
  • Die Preise hängen auch von der Ausstattung der Praxis und der Narkoseart ab.
  • Kampfverletzungen oder hormonell bedingte Erkrankungen können in der Behandlung teurer sein als die Kastration.

FAQ Die häufigsten Fragen zur Kastration

  • Nach der Kastration ist Ruhe wichtig für die Katze. Denn auch wenn die Kastration ist ein Routineeingriff ist, bedeutet er für das Tier Anstrengung und Stress.
  • Halter*innen sollten ihre Katzen erst nach ein paar Stunden wieder füttern. Dabei sind kleine Portionen ratsam.
  • Die Katze sollte sich einige Tage schonen.
  • Damit sie nicht an ihrer Wunde leckt, trägt die Katze einen Body oder eine Halskrause.
  • Bei der Kontrolle prüfen Tierärztinnen und Tierärzte, ob die Wunde gut abgeheilt ist. Abschließend ziehen sie die Fäden der Naht.

 

Die Kastration erfolgt am besten um den Eintritt der Geschlechtsreife. Kater sind ab circa sechs Monaten zeugungsfähig. Bei weiblichen Katzen tritt die Geschlechtsreife ab dem vierten oder fünften Lebensmonat ein. Bei einigen Rassen kann sie erst zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat eintreten. Ab dann werden die Katzen zwischen Frühjahr und Herbst mehrfach rollig. Dabei zeigen sie mit lautem Miauen und Wälzen auf dem Boden, dass sie bereit sind, sich zu paaren.

Häufig verwenden Menschen die Begriffe Kastration und Sterilisation abhängig vom Geschlecht. Es besteht der Irrglaube, dass Kater kastriert und Katzen sterilisiert werden. Allerdings handelt es sich um unterschiedliche Eingriffe:

Sterilisation: Wenn Tierärztinnen und Tierärzte eine Katze oder einen Kater sterilisieren, durchtrennen sie nur die Ei- beziehungsweise die Samenleiter. Die Tiere können sich danach zwar nicht mehr vermehren, produzieren aber noch Sexualhormone. Ihr Geschlechtstrieb bleibt aktiv. Durch den Deckakt oder Bisse bleibt weiterhin das Risiko für Infektionskrankheiten bestehen.

Kastration: Bei der Kastration entfernen Tierärztinnen und Tierärzte hingegen die Eierstöcke oder Hoden. Dadurch produzieren die Tiere keine Sexualhormone mehr.

Hund und Katze sitzen nah zusammen und schauen in die Kamera.
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Autor
Portraitfoto von Sandy Syperekc
Sandy Syperek

Sandy Syperek ist Redakteurin beim Deutschen Tierschutzbund. Sie hat Germanistik und Soziologie studiert. Mit ihren Texten klärt sie über die Bedürfnisse und das Leid von Tieren auf und gibt ihnen so eine Stimme. Sie möchte das Bewusstsein der Menschen dafür stärken, dass sich alle Tiere gleichermaßen nach einem friedvollen Leben sehnen.

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