Reptilienhaltung

Eine gefährliche Mode

Reptilien sind zu Modetieren geworden. Immer mehr Deutsche halten sich Bartagamen und Kornnattern in ihren Wohnzimmern. Vielen ist nicht bewusst, wie viel Tierleid die Exotenhaltung verursacht. Denn Reptilien sind keine geeigneten Haustiere für jedermann und eine artgerechte Haltung ist in Privathaushalten oftmals kaum zu leisten. Die Tiere leiden stumm, wenn der Halter mit ihrer Versorgung überfordert ist.

Schildkröte auf einer Wiese.

Reptilien sind wechselwarme Wildtiere mit besonderen Bedürfnissen. Die meisten gehaltenen Arten sind bei uns nicht heimisch und benötigen spezielle Umwelt- und Klimabedingungen. Die Einrichtung eines geeigneten Terrariums und die Versorgung des Reptils können dementsprechend kostenintensiv sein. Viele Reptilien sind Futterspezialisten und manche Schlangen bestehen auf Lebendfutter. In diesen Fällen muss auch für die Haltung und Versorgung der Futtertiere gesorgt werden.

Oftmals sind die Tiere beim Kauf niedlich klein, wachsen in den Folgejahren aber auf enorme Größen an. Viele Halter unterschätzen den Pflegeaufwand sowie die mit der Tierhaltung verbundenen Folgekosten für Futter, Strom, Gehege, Technik usw. erheblich. Zusätzlich werden viele exotische Tiere recht alt. So passiert es oft, dass überforderte Halter ihre Tiere ins Tierheim geben. Einige verantwortungslose Besitzer setzen die Tiere sogar aus, was in der Regel zur Folge hat, dass diese dann erfrieren oder verhungern.

Eröffnung der neuen Reptilienstation

Jemenchamäleon

Die Abgabe von Reptilien stellt unsere Tierheime vor große Probleme. Die Mehrheit ist mit der Unterbringung von exotischen Tieren überfordert. Es stehen in der Regel weder geeignete Räumlichkeiten noch die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, um Reptilien aufzunehmen. Darüber hinaus fehlt für gewöhnlich das nötige Fachwissen, um die Tiere artgerecht versorgen zu können und immer wieder finden auch gefährliche Arten ihren Weg ins Tierheim. Die Vermittlungschancen von abgegebenen Reptilien sind je nach Tierart sehr gering.

Auf insgesamt 400 Quadratmetern haben wir daher am 24. September 2016 die neu gebaute Reptilienstation im Tierschutzzentrum Weidefeld eröffnet. Reptilien, die beschlagnahmt, ausgesetzt oder abgegeben wurden, finden hier ein neues tiergerechtes Zuhause. Die Station besteht aus großzügigen Volieren und Terrarien, einer Quarantäne- und Krankenstation sowie Gewächshäusern, großen Freilaufgelände und Teichanlagen für Wasser- und Landschildkröten.Mit der Reptilienstation wollen wir die Tierheime entlasten. Tiere, die Veterinärämter beschlagnahmen oder die Tierschutzvereine bisher aufgenommen haben, finden hier eine Unterkunft auf Zeit. Langfristig sollen sie in sachkundige Hände vermittelt werden.Reptilien, die nur schwer oder gar nicht mehr vermittelt werden können, bleiben dauerhaft in Weidefeld. Mit ihnen wollen wir auf die Probleme bei der Haltung aufmerksam machen und gleichzeitig interessierten Privathaltern zeigen, wie eine artgerechte Unterbringung möglich ist. Die ersten Tiere sollen Ende 2016 einziehen. Zudem werden wir die neue Einrichtung dazu nutzen unsere Tierheimmitarbeiter in Umgang und Pflege mit Reptilien zu schulen.

Bitte spenden Sie für das Reptilienhaus in Weidefeld!