Vorschriften für die Pelztierhaltung

Fuchs im Käfig. © Dzīvnieku brīvība
Fuchs in einem Käfig. © Dzīvnieku brīvība

Am 3. November 2006 hat der Bundesrat der dritten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, mit der die Haltung von Pelztieren geregelt wird, zugestimmt. Nach jahrelangem Kampf gelten erstmalig in Deutschland rechtsverbindliche Vorschriften für die Haltung von Pelztieren.

Vermeintliche Verbesserungen

Die Verordnung sah größere Platzvorgaben für die Tiere vor. Außerdem sollten die Böden teilweise befestigt werden statt des bisherigen durchgehenden Drahtgitters. In den Haltungseinrichtungen mussten Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere eingerichtet werden. Für Füchse und Marderhunde sind Grabflächen vorgesehen, für Chinchillas Sandbäder und für Nerze und Sumpfbiber Schwimmbecken.

Mit Rücksicht auf die Pelztierhalter galten jedoch aus der Sicht des Tierschutzes viel zu lange Übergangsvorschriften: So sollten vorgeschriebene Käfighöhen sowie Schwimmbecken für Nerze und Grabmöglichkeiten für Füchse erst zehn Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung zur Pflicht werden.

Die Gehegegrundflächen hätten ab Dezember 2011 größer sein müssen. Die in Deutschland verbliebenen Nerzfarmer haben diese Vorgaben aber ignoriert und haben stattdessen gegen die Verordnung geklagt. Das Hauptargument der Farmbetreiber, wonach die Farmen dann nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden könnten, wurde letztlich sogar vom Oberverwaltungsgericht Schleswig bestätigt.

Laut Gericht sei für eine solche Einschränkung der Berufsausübung eine Verordnung nicht ausreichend. Stattdessen bräuchte es ein Gesetz. Dies wurde mit einem Gesetzentwurf im Juni 2017 nachgeholt, das zwar ein grundsätzliches Pelzfarmverbot vorsieht, aber mit der Möglichkeit eine Genehmigung von der zuständigen Behörde zu erhalten, wenn die Haltungsvorgaben eingehalten werden. Die Vorschriften werden damit gesetzlich festgehalten - zumindest ein kleiner Erfolg für den Tierschutz. Über kurz oder lang werden sie hoffentlich dazu führen, dass die verbliebenen sechs deutschen Nerzfarmen schließen, weil der Betrieb mit den verbesserten Haltungsvorgaben nicht rentabel ist.

Dennoch könnten Pelzhalter zumindest theoretisch in Zukunft neue Farmen eröffnen, solange sie die Haltungsbedingungen erfüllen. Und das, obwohl der Bundesrat bereits 2015 in einem Beschluss festgehalten hatte, dass die Haltung in Gefangenschaft und die Tötung von Pelztieren kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes ist.

 

Situation in anderen europäischen Ländern

Landkarte mit den Umrissen Europa und einiger außereuropäischer Länder mit Hinweisen zum Stand des Pelz-Verbotes.
Diese Landkarte zeigt in einer schnellen Übersicht, wie weit die Pelz-Verbote in- und auch außerhalb Europas bereits reichen. © FFA

In Österreich und England ist die Haltung von Pelztieren zum Zweck der Pelzgewinnung verboten. Dänemark hat 2009 das Züchten und Töten von Füchsen zur Pelzgewinnung verboten, allerdings mit Übergangsfristen. Fuchs- und Chinchillafarmen sind in den Niederlanden seit 2008 verboten. Im Dezember 2012 hat der niederländische Senat für ein Verbot der gesamten Pelztierhaltung ab 2024 (Übergangsfrist) gestimmt.

2013 folgte Slowenien mit einem Verbot der Zucht, aber auch der Jagd von Tieren wegen ihres Fells, ihrer Häute oder ihrer Federn. Europaweit geben die Empfehlungen des Europarates für das Halten von Pelztieren aus dem Jahr 1999 eine grobe Orientierung, welche Anforderungen bei der Haltung dieser Tiere eingehalten werden sollten. Sie sind aber wenig konkret und nicht weitreichend genug.

Ziel: Verbot der Pelztierhaltung

Die deutsche Verordnung zur Haltung von Pelztieren stellte einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar, wenn sie denn umgesetzt worden wäre. Da dies bislang nicht geschehen ist, muss das langfristige Ziel vehement weiter verfolgt werden: Ein generelles Verbot der Haltung und der Zucht von Pelztieren in Deutschland und der gesamten EU.