Pelztierfarmen in Deutschland

Käfige auf einer Nerzfarm. © M. Marten
© M. Marten

Recherchen des Deutschen Tierschutzbundes haben ergeben, dass es zurzeit noch sechs Pelztierfarmen in Deutschland gibt, in denen insgesamt ca. 100.000 Nerzfelle jährlich produziert werden. Die beiden größten deutschen Farmen mit ca. 40.000 und 35.000 Nerzen in Mecklenburg-Vorpommern werden Ende 2017 geschlossen, dem haben die Betreiber in einem Vergleich zugestimmt. Drei weitere Farmen in Niedersachsen, NRW und Sachsen klagen aktuell gegen die geltenden höheren Tierschutzauflagen und weigern sich diese umzusetzen. Die sechste Farm liegt in Sachsen-Anhalt. Eine weitere siebte kleine Farm im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen mit ca. 50 Nerzen wird seit einigen Jahren nur noch als Nebenerwerb betrieben.

Wo genau liegen die letzten Pelztierfarmen?

  • Mecklenburg-Vorpommern: Wesenberg-Zirtow          
  • Mecklenburg-Vorpommern: Güstrow-Klueß          
  • Niedersachsen: Landkreis Ammerland                 
  • Nordrhein-Westfalen: Rahden
  • Sachsen: Seelitz-Döhlen                                      
  • Sachsen-Anhalt: Möckern-Grabow   

Da sich die Situation laufend verändert, bitten wir jeden, dem auffällt, dass eine Pelztierfarm neu eröffnet oder geschlossen wird, uns darüber zu informieren. Nur so ist es uns möglich, an die zuständigen Behörden und Landesregierungen heranzutreten, mit der Aufforderung, strenge Kontrollen durchzuführen, Auflagen zu erheben und letztendlich ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland zu erreichen.

Video: Tierschutzwidrige Bedingungen in deutschen Nerzfarmen

Um unsere Forderung nach einem bundesweiten Verbot der Pelztierhaltung zu unterstreichen, haben wir im Dezember 2015 Videoaufnahmen von zwei der zehn verbliebenen deutschen Nerzfarmen veröffentlicht.

Die Aufnahmen zeigen Erschreckendes: In direkt nebeneinander im Freien aufgereihten Gitterkäfigen leben mehrere Nerze auf engstem Raum. Bis auf nur vereinzelt vorhandene kurze Plastikröhren, Gitterplattformen und eine Nestbox, sind die Käfige völlig unstrukturiert. Die Nerze sind damit jeder Möglichkeit beraubt, sich artgerecht zu verhalten – Verhaltensstörungen, wie stereotype Bewegungen oder Gitterbeißen sind oftmals die Folge.

Der Kot der Tiere fällt durch den unbefestigten Gitterboden hindurch und stapelt sich unter den Käfigen, die Geruchsentwicklung ist zum Teil enorm. Die Tiere müssen direkt über ihren Fäkalien sitzen. In den Käfiganlagen im Freien sind die Nerze Hitze wie Kälte schutzlos ausgesetzt. Der als einzige Nahrung dienende Futterbrei wird oben auf den Käfigen verteilt und muss von den Tieren durch das Gitter hindurch aufgeschleckt werden.