Ehrenpräsident

Wolfgang Apel im Tierschutzzentrum Odessa, Ukraine, mit einem Hund auf dem Arm.

Wir sind in tiefer Trauer: Nach langer schwerer Krankheit ist der Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, am 4. Februar 2017 in seiner Heimatstadt Bremen verstorben. Der Tierschutz hat eine herausragende Persönlichkeit verloren. Wir trauern um Wolfgang Apel, der in seinem Leben Außergewöhnliches für den Tierschutz bewegt hat.

Video: In Erinnerung an Wolfgang Apel

Bereits 2011 hatten wir ein kleines Video angefertigt und die besten Interviews von Wolfgang Apel und seine kämpferischsten Momente für die Tiere zusammengefasst:

Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes Wolfgang Apel.
Wolfgang Apel

Von 1993 bis 2011 war Wolfgang Apel Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und blieb dem Verband nach Übergabe seines Amtes, womit er den Generationswechsel einleitete, als Ehrenpräsident erhalten. In dieser Funktion hatte ihn das Präsidium unter anderem mit der Federführung des Tierschutz- und Kastrationszentrums im ukrainischen Odessa und des Straßentierprojekts in Kiew sowie des Tier-, Natur- und Jugendzentrums Weidefeld und des Tier-, Natur- und Artenschutzzentrums Sylt betraut. Außerdem engagierte er sich weiter für das unter seiner Präsidentschaft entwickelte Tierschutzlabel.

Seine offizielle Tierschutzlaufbahn begann Wolfgang Apel in seiner Heimatstadt Bremen. Seit 1978 war der gelernte Speditionskaufmann ehrenamtlicher Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins und Mitglied des Gesamtvorstandes des Deutschen Tierschutzbundes. 1980 wurde er vom damaligen Präsidenten zum Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes berufen. Von 1983 bis 1985 war er Bundesschatzmeister des Deutschen Tierschutzbundes und von 1991 bis 1993 Vizepräsident.

Von 1987 bis 2011 war Wolfgang Apel Mitglied der Tierschutzkommission beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Außerdem war er Vorsitzender des Vereins NEULAND - Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung, seit 1988 Vorstand und seit 2000 Präsident des Tierschutzvereins für Berlin und Umgebung. Von 1986 bis 2011 war er Stiftungsmitglied in der von ihm mitgegründeten Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (set).

Bis 2011 vertrat er den Deutschen Tierschutzbund als Mitglied im Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen. Seit über 20 Jahren war er Sprecher des Tierschutzbeirates des Landes Bremen und Mitglied der "Beratenden Kommission Tierversuche" in Bremen. Seit 2000 war er zudem Vorsitzender der Stiftung des Deutschen Tierschutzbundes. Außerdem war er Mitglied des Verwaltungsrates des Absatzfonds der Deutschen Landwirtschaft.

In diesen Gremien hat er sich aktiv eingebracht und für die Verwirklichung besserer Bedingungen für Tiere gekämpft. Aus diesem Grund arbeitete er auch in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien und Expertengruppen (bspw. in der EUROGROUP for Animals) aktiv mit.

Zur Person:
Geboren 1951 in Bremen; Ausbildung zum Speditionskaufmann; 1970 Eintritt in den Bremischen Landesdienst; 1973 bis 1984 freigestellter Personalratsvorsitzender; ehrenamtliche Tätigkeit im Tierschutz sowie im sozialen und gesellschaftlichen Bereich (u.a. Bewährungshelfer, Schöffe, Vormund); 2005 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse; 2016 Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin.