Pressemeldung

Deutscher Tierschutzbund kritisiert Tierschutz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die Doppelmoral der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die am 28. September 2016 den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis in Berlin verleiht. Gleichzeitig propagiert die DFG weiterhin eine ungehemmte Tierversuchsforschung, in die der Großteil der Fördergelder fließt, und verweigert sich einer aktiven Unterstützung tierversuchsfreier Verfahren. Die Forschungsgemeinschaft zeigt sich somit unbeeindruckt von wissenschaftlichem Fortschritt und dem Wertewandel in der Gesellschaft – hin zu einer Forschung mit effizienten Methoden ohne Tierleid.

„Angesichts der Unsummen an DGF-Fördergeldern, die nach wie vor in Tierversuchsprojekte fließen, erscheint die Vergabe eines Tierschutz-Preises eher wie ein Ablenkungsmanöver“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es muss endlich ein Umdenken stattfinden, damit mit Steuergeldern nicht länger veraltete Tierversuche finanziert, sondern mehr moderne, tierversuchsfreie Forschung vorangetrieben wird,“ so Schröder. Die Bundesregierung als einer der Hauptgeldgeber müsse die DFG diesbezüglich in die Pflicht nehmen.

Die Preis-Verleihung ist die einzige konkrete Initiative der DFG, sich bei der Entwicklung und Erforschung von modernen tierversuchsfreien Methoden zu engagieren. Die Stifterin des Preises, die Tierschützerin Ursula M. Händel, die der DFG die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellte, wollte dazu beitragen, das Leiden von Versuchstieren und die Zahl der Tierversuche so weit wie möglich zu verringern. Ein oder mehrere Forschungsarbeiten zeichnet die DFG daher mit einer Mindestpreishöhe von 25.000 Euro aus.

„Die DFG missbraucht die Intention von Frau Händel, um darüber hinwegzutäuschen, dass sie sich einer gezielten Förderung von Alternativmethoden seit Jahrzehnten verweigert und weiterhin bedenkenlos riesige Summen in Tierversuchsprojekte investiert“, kritisiert Schröder. Bund und Länder stellen der DFG einen enormen Förderetat von 257,8 Millionen Euro für den Bereich Biologie und von 499,2 Millionen Euro für den Bereich Medizin (im Jahr 2015) zur Verfügung. Vielfach fließen die Gelder in Tierversuchsprojekte, meist sogenannte Tiermodelle. Dahinter verbergen sich künstlich hervorgerufene Erkrankungen an Tieren, die für diese oft sehr leidvoll sind. Der in diesem Zusammenhang geförderte Einsatz gentechnisch manipulierter Tiere ist zudem einer der Hauptgründe für den ungebrochenen Anstieg der Versuchstierzahlen.