Illegale Tierversuche an der Universität Münster

Symbolbild: Maus mit Spritze im Tierversuch.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Münster vom 13.04.2018 und die heute bekannt gewordenen Empfehlungen der internen Untersuchungskommission der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Das Verwaltungsgericht hatte einer Wissenschaftlerin der Hautklinik der Universität Münster vom Verwaltungsgericht Münster mit sofortiger Wirkung das Halten und Betreuen von Tieren untersagt, die in Tierversuchen gezüchtet und gehalten werden. Darüber hinaus hat heute die Untersuchungskommission der Universität Münster zur Bündelung der Zuständigkeiten für Tierversuche Empfehlungen vorgelegt: Unter anderem fordert sie Konsequenzen für die beteiligten Wissenschaftler und rät zu mehr Transparenz und der Information der Öffentlichkeit.

Trotz der begrüßenswerten Maßnahmen bleibt die Kritik des Deutschen Tierschutzbundes an den an der Uni Münster aufgedeckten Missständen bestehen. Sechs der insgesamt 77 illegal gehaltenen Tiere mussten aufgrund ihres schlechten Zustandes getötet werden. Kristina Wagner, Leiterin des Referats für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund dazu: „Wir sind schockiert über Teile der Begründung von Universitäts-Direktor Johann Wessels, in denen auch der Raummangel an der zur Universität Münster gehörenden Hautklinik zu den illegalen Tierversuchen beigetragen hätte. Diese Begründung ist aus Tierschutzsicht nicht nachvollziehbar. Wenn Tiere wegen ihres schlechten Zustandes getötet werden müssen, ist das keine Raumfrage, sondern es geht um Stümperei und Missmanagement“.

Weiterhin stellt sich der Verband die Frage, wie die Missstände über zehn Jahre hinweg scheinbar unentdeckt fortbestehen konnten. Hier fehlt eine schonungslose Analyse der Kommission. Neben dem Leid, dass den Tieren in den illegalen Versuchen zugefügt wurde, haben wohl keine Kontrollen durch Tierschutzbeauftragte und Behörden in den Räumlichkeiten stattgefunden. Neben den bereits beschlossenen und noch ausstehenden Konsequenzen für die beteiligten Mitarbeiter fordert der Deutsche Tierschutzbund die Universität Münster daher auf, in Zukunft verstärkt auf tierversuchsfreie Lehr- und Forschungsmethoden zu setzen und eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen zu erarbeiten. Diese Strategie wäre die logische und konsequente Weiterführung des bereits veröffentlichten Leitbilds zum ethischen Umgang mit Tieren in Forschung und Lehre.