Versuchstierzahlen nach Bundesländern

Kopf einer weißen Maus. © Jürgen Plinz
Symbolbild: weiße Maus. © Jürgen Plinz

Die Versuchstierzahlen, aufgeschlüsselt nach Bundesländern, zeigen: Baden-Württemberg ist wie schon im Vorjahr trauriger Spitzenreiter im „Verbrauch“ an Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken. Hamburg liegt beim „Pro-Kopf-Verbrauch“ vorne. Der Deutsche Tierschutzbund hat die neuesten Zahlen für 2016 auf Anfrage vom zuständigen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erhalten. Kurz vor Weihnachten hatte das Ministerium die Gesamtzahlen veröffentlicht: Insgesamt zeigen diese einen erneuten Anstieg – auf fast drei Millionen Tiere.

„Statt Absichtserklärungen braucht es endlich eine grundsätzliche Strategie, um Tierversuche deutlich einzudämmen und letztendlich vollständig zu ersetzen“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes mit Blick auf eine neue Bundesregierung. „Auch die Bundesländer sollten sich dafür entsprechend stark machen.“

Baden-Württemberg „verbraucht“ am meisten Tiere
Baden-Württemberg ist, wie auch schon im Vorjahr wieder Spitzenreiter im „Verbrauch“ an Versuchstieren zu wissenschaftlichen Zwecken mit 480.902 Tieren. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 470.376 Tieren und Bayern mit 387.316 Tieren. Fast die Hälfte aller zu wissenschaftlichen Zwecken verwendeten Tiere wird in diesen drei Bundesländern eingesetzt. Umgerechnet auf den „Pro-Kopf-Verbrauch“ liegt Hamburg an der Spitze, gefolgt von Berlin. Auffällig ist auch Schleswig-Holstein: Im Vergleich zum Vorjahr 2015 stieg die Anzahl der Tiere um 46 Prozent an – auf insgesamt 81.263Tiere.

Bundesweit fast drei Millionen Tiere
Die bundesweiten Zahlen zeigen, dass der Verbrauch von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf hohem Niveau stagniert, sogar noch leicht gestiegen ist: im Jahr 2016 um 1,9 Prozent auf insgesamt 2.854.586 Tiere. Dabei wurden vor allem Nager (79 Prozent) und Fische (12 Prozent) in Tierversuchen verwendet. Aber auch 3.976 Hunde, 2.418 Affen und 766 Katzen kamen zum Einsatz.