Pressemeldung

Erste Bewohner in Reptilienstation des Tierschutzzentrums Weidefeld

In die neue Reptilienstation im Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes sind die ersten Tiere eingezogen: Einen Leopardgecko, zwei Kornnattern und zwei Königspythons übernahm das Zentrum am Wochenende aus dem Tierheim Essen. Ebenso zwei Bartagamen und zwei griechische Landschildkröten aus dem Tierheim Schleswig. Reptilien, die vermehrt in den Tierheimen landen, stellen diese vor große Herausforderungen, da meist die nötige Infrastruktur fehlt. Die Reptilienstation soll die Tierschutzvereine entlasten und bei der Unterbringung behördlich beschlagnahmter Tiere einspringen. Gleichzeitig soll sie zeigen, wie artgerechte Reptilienhaltung umgesetzt werden kann und damit auch Grundlagenarbeit für die Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes leisten.  

„Die steigende Zahl an exotischen Tieren in Privathaushalten wird zu einem Problem. Es ist zu leicht, sich ein solches Tier zu beschaffen und die Halter sind dann oft überfordert“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Als Folge landen diese Tiere immer häufiger in den Tierheimen. „Fast die Hälfte aller Tierschutzvereine, die im Tierheim bereits Reptilien aufnehmen mussten, sind auf die anspruchsvolle Unterbringung und der hohen Anzahl an Tieren nicht ausgerichtet“, ergänzt Wolfang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes.  

Auf insgesamt 400 Quadratmetern kann das Reptilienhaus im Tierschutzzentrum Weidefeld Reptilien, die beschlagnahmt, ausgesetzt oder abgegeben wurden, tiergerecht unterbringen. Dazu wurden im letzten Jahr großzügige Terrarien, eine Quarantäne- und Krankenstation sowie Teichanlagen mit Innen- und Außenbereichen errichtet. Eine überdachte Freianlage für Wasserschildkröten befindet sich im Bau und wird den Tieren rechtzeitig zur wärmeren Jahreszeit zur Verfügung stehen. Soweit möglich, will das Zentrum die aufgenommen Reptilien in sachkundige Hände vermitteln. Schwer bis gar nicht vermittelbare Tiere, die dauerhaft in Weidefeld ein Zuhause finden, sollen auf die Problematiken bei der Reptilien-Haltung aufmerksam machen und gleichzeitig interessierten Privathaltern zeigen, wie eine artgerechte Unterbringung aussehen muss.  

„Eigentlich müssten Bund, Länder und auch Kommunen Auffangstationen bauen, denn die lassen den Handel und die Haltung der Tiere in privater Hand immer noch zu. Da diese aber untätig bleiben, müssen wir mit Spendengeldern einspringen, denn die Tiere können wir nicht schutzlos lassen“, so Schröder.