Endspurt zur Bundestagswahl

Tierschutz darf nicht in den Hintergrund geraten

Kampagnenmotiv zur Bundestagswahl 2017 mit einem Ferkelkopf, der durchkreuzt ist

Zur Bundestagswahl am 24. September treiben viele Menschen wichtige Themen wie die innere Sicherheit oder soziale Gerechtigkeit an - doch auch der Tierschutz darf nicht in den Hintergrund geraten. Dafür appelliert der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen seiner Kampagne „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl“. Mit seinem Appell richtet sich der Verband an die Wählerinnen und Wähler ebenso wie an die demokratischen Parteien und ihre Kandidaten.

„Die Zeiten, in denen Tierschutz ein politisches Nischenthema war, sind endgültig vorbei“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Nach dem Willen der Wähler brauchen etwa die Tiere in der Landwirtschaft bessere Lebensbedingungen und Tierversuche müssen deutlich zurückgehen. Durch diesen Wandel im gesellschaftlichen Denken haben auch die Tiere eine Chance, zum Wahlkampfthema zu werden. Wir fordern hier ein klares Bekenntnis von den Parteien und von den dann neu gewählten politischen Entscheidungsträgern.“ Aus Sicht der Tierschützer ist die Bundesregierung in den letzten vier Jahren weit hinter ihren Möglichkeiten und Vorhaben zurückgeblieben: Die Bedingungen für Tiere in der Landwirtschaft haben sich nicht erheblich verbessert, der Handel mit exotischen Tieren wurde nicht bundeseinheitlich geregelt und die Tierheime sind nach wie vor unterfinanziert und überfüllt – alles nicht erfüllte Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Tierschutz-Check bietet Entscheidungshilfe
Da die Wählerinnen und Wähler mit ihrer Entscheidung auch den Grundstein für den Tierschutz in den nächsten Jahren legen können, hat der Deutsche Tierschutzbund mit Hilfe von Wahlprüfsteinen die im Bundestag vertretenen Parteien zu seinen Kernforderungen befragt. Zu den Forderungen zählen ein bundesweites Verbandsklagerecht und die grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes, die Stärkung des karitativen Tierschutzes, eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen, eine nationale Nutztierstrategie und ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen. Die Antworten der Parteien hat der Verband auf www.tierschutzbund.de/tierschutz-check zusammengestellt. „Die Entscheidung, ob man von den Antworten der Parteien überzeugt ist, können und wollen wir niemandem abnehmen“, sagt Schröder. „Letztlich muss jeder am 24. September für sich entscheiden, wem er seine Stimme gibt. Wir empfehlen, die Programme zu vergleichen und die Kandidaten vor Ort direkt anzusprechen – und dann seine Stimme für die Tiere abzugeben.“