Pressemeldung

Deutscher Tierschutzbund vergibt erstmals den TiBu

Auszeichnung für Beiträge zur Stärkung des gesellschaftlichen Wertewandels hin zu einem Mehr an Tierschutz

Der Deutsche Tierschutzbund hat mit dem „TiBu“ heute erstmalig einen Preis verliehen, der Menschen und Institutionen auszeichnet, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft – zu einem Mehr an Tierschutz – voranbringen. Preisträger sind das Kulturfestival Tollwood München, Prof. Dr. Achim Spiller von der Universität Göttingen, Silvia Liebrich, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung in München und Christian Rohde, stellvertretender Redaktionsleiter bei ZDF Frontal21 aus Berlin. Die Verleihung des TiBu fand im Rahmen der 30-Jahr-Jubiläumsfeier der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Neubiberg statt. Der Preis wird von nun an jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben.

„Für uns alle ist spürbar, dass der Tierschutz in den letzten Jahren an Stellenwert in der Gesellschaft und in der konkreten politischen Debatte gewonnen hat“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Doch bei allen Errungenschaften, die sich die NGOs auf die Fahnen schreiben können: Dass wir heute einen gesellschaftlichen Wertewandel beim Tierschutzgedanken feststellen können, ist auch vielen Begleitern zu verdanken, in den Medien und in anderen Bereichen der Öffentlichkeit und der Forschung.“ Deren Engagement und deren Beitrag zum Wertewandel soll der TiBu anerkennen. Die vier Preisträger kommen 2016 aus den Kategorien Festival, Wissenschaft, Medien – Print und Medien – TV.

Die Preisträger 2016:

Kategorie Festival: Kulturfestival Tollwood (München)
Das Tollwood in München ist bereits seit den Anfängen 1988 Forum für Ökologie und Umweltbewusstsein. „Auf Tollwood ist die Welt zu Hause - und dieser Welt fühlen wir uns verpflichtet. Kulturgenuss, Lebensfreude und das Engagement für Mensch, Tier und Umwelt gehören für uns zusammen", erläutern die Veranstalter. „Dazu gehört auch, dass wir uns über die Grenzen des Festivals hinaus engagieren, zum Beispiel mit "Bio für Kinder", der Aktion "Artgerecht" in Kooperation mit dem Deutschen Tierschutzbund oder aktuell als Initiatoren des im Mai 2015 gegründeten Aktionsbündnisses "Artgerechtes München", das sich für eine Landeshauptstadt einsetzt, in deren Wirkungskreis nur noch Produkte aus artgerechter Tierhaltung auf den Tisch kommen. Für uns ist dieses Engagement selbstverständlich, weshalb wir uns umso mehr über die Auszeichnung durch die renommierteste Tierschutzorganisation Deutschlands freuen.“

Kategorie Wissenschaft: Prof. Dr. Achim Spiller (Göttingen)
Als Leiter des Lehrstuhls Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen hat Prof. Spiller maßgeblich die Debatte darüber geprägt, wie Verbraucher transparent über Fragen der Herkunft von Fleisch mitentscheiden können und wollen. Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das er federführend miterarbeitet hat, zeigt zudem Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung auf. „Eine tierfreundliche Haltung von Tieren in der Landwirtschaft ist vielen Verbrauchern wirklich wichtig“, so Spiller. „Wir konnten in unseren Forschungsarbeiten zeigen, dass die Konsumenten hier hochgradig verunsichert sind. Dabei bietet ein Mehr an Tierschutz auch Chancen für die Landwirtschaft, die aber bisher nicht hinreichend genutzt wurden.“

Kategorie Medien – Print: Silvia Liebrich (München)
Die Wirtschaftsredakteurin und Buchautorin Silvia Liebrich arbeitet seit 14 Jahren für die Süddeutsche Zeitung in München. Sie schreibt über das „tierische Geschäft mit dem Fleisch“, den Viehexport in Europa oder vegane Ernährung. „Die Menschheit lebt auf Kosten künftiger Generationen“, schreibt Liebrich in ihrem eigenen Blog „Sofies verkehrte Welt“. „Dieser Lebensstil lässt sich so nicht aufrechterhalten. Neue Ansätze für das Zusammenleben und einen umwelt- und ressourcenschonenden Umgang mit den lebenswichtigen Ressourcen sind gefragt. Der große Wandel, er hat längst begonnen, und er wird ganze Gesellschaften verändern. Sicher ist auch, dieser Prozess wird nicht reibungslos verlaufen. Aber er kann ungeahnte Chancen bieten, wenn man nur bereit ist, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.“

Kategorie Medien – TV: Christian Rohde (Berlin)
Als stellvertretender Redaktionsleiter beim politischen ZDF-Magazin Frontal21 zeigt Christian Rohde in seinen mehrfach ausgezeichneten Reportagen, dass Schweine, Kühe oder Hühner vielfach nur als Ware gelten und der Tierschutz oft mit Füßen getreten wird. „Mit Frontal21 machen wir auf das Leid von Tieren in der Lebensmittelproduktion aufmerksam, berichten aber auch über die ökonomischen Zwänge von Landwirten, die dazu führen und konfrontieren die politisch Verantwortlichen. Es ist schön, dass wir dafür ausgezeichnet werden. Dass viele Menschen den Tierschutz an der Ladentheke vergessen, können Journalisten trotzdem schwerlich ändern. Das ist Aufgabe von Landwirten, Lebensmittelproduzenten und Politik. Die Chance und Bereitschaft dazu ist heute aber eher da als noch vor zehn Jahren“, sagt Rohde.