Kragenbärin aus der Ukraine gerettet:

Malvina zieht ins Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes in Schleswig-Holstein

Malvina verlässt die Transportbox. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner
Malvina verlässt die Transportbox. © Deutscher Tierschutzbund e.V. / Kristina Steiner

Kragenbärin Malvina, die aus einer Auffangstation bei Kiew evakuiert wurde, ist gestern Nacht wohlbehalten im Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes angekommen. Mitarbeiter des Zentrums hatten die Bärin am späten Nachmittag in Thüringen in Empfang genommen. Von dort ging die Fahrt weiter bis nach Schleswig-Holstein, wo Malvina den Rest ihres Lebens verbringen darf. Der Hilfseinsatz und die Aufnahme der Bärin sind dank der Spenden tierlieber Menschen möglich.

„Als der Krieg losbrach, wurde Malvina zusammen mit weiteren Bären aus einer Auffangstation bei Kiew eilig aus dem Gefahrengebiet evakuiert. Da wir noch Platz für einen Kragenbären in unserem Tierschutzzentrum haben, war sofort klar: Malvina kommt zu uns!“, sagt Patrick Boncourt, Bärenexperte beim Deutschen Tierschutzbund. Durch massive Unterstützung der Stiftung für Bären gelang es, die Bärin sicher nach Deutschland bringen. Zwei junge Braunbären werden im Alternativen Bärenpark Worbis der Stiftung für Bären unterkommen. Alle Bären waren nach ihrer Evakuierung aus Kiew zunächst übergangsweise in einem Bärenschutzzentrum der Stiftung Vier Pfoten nahe Lwiw in der Westukraine untergebracht.

Bärin stammt ursprünglich aus schlechter Haltung

Die heute sieben Jahre alte Malvina lebte jahrelang eingezwängt in einem winzigen Transportkäfig in einem Privatzoo in der Ostukraine. Sie litt unter Kälte, Hunger und katastrophalen Haltungsbedingungen. Körperlich sieht man ihr das vergangene Leid ebenfalls an: Ihr fehlen die charakteristischen Ohrmuscheln. Nach massiven Protesten lokaler Tierschützer und internationaler Unterstützung wurde Malvina 2020 beschlagnahmt und kam im „White Rock Bear Shelter“ der ukrainischen Organisation "Safe Wild" unter. Hier wurde sie liebevoll aufgepäppelt. Nach der Evakuierung aus der umkämpften Ukraine findet sie nun für den Rest ihres Lebens ein bärengerechtes Zuhause im Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes in Schleswig-Holstein. Auf der weitläufigen Bärenanlage leben bereits vier Braun- und zwei Kragenbären, die ebenfalls aus schlechter Haltung stammen. Eine Zusammenführung von Malvina und den zwei Kragenbärenbrüdern Serenus und Balou ist nach einer Quarantänezeit geplant.

Der Deutsche Tierschutzbund hat einen Spendenaufruf gestartet, um Tieren in Not aus der Ukraine zu helfen. Zum Krieg in der Ukraine und seiner Tierschutzarbeit informiert der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Website.