Deutscher Tierschutzbund verleiht „TiBu“ in Berlin

Der TiBu-Preis: Eine Tiersilhouette aus Plexiglas auf einem Holzpfeil.
Den TiBu-Preis verleiht der Deutsche Tierschutzbund an Menschen und Institutionen, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft – zu einem Mehr an Tierschutz – voranbringen.

Der Deutsche Tierschutzbund zeichnet heute, 12. Juni, erneut drei Preisträger mit dem „TiBu“ aus. Der Preis ehrt Menschen oder Institutionen, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft – zu einem Mehr an Tierschutz – voranbringen. Die diesjährigen Preisträgerinnen sind Journalistin Dr. Tanja Busse, Amtsveterinärin Dr. Gabriele Fuchs vom Veterinäramt Oberallgäu sowie Rechtsdirektorin Nadine Briechle aus Kempten. Der TiBu wird jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Verleihung findet in diesem Jahr im Rahmen des Parlamentarischen Abends des Deutschen Tierschutzbundes in der Berliner St. Elisabeth-Kirche statt.

„Der Tierschutz hat sich in den letzten Jahren immer mehr im öffentlichen Bewusstsein manifestiert und auch an Stellenwert in der politischen Debatte gewonnen. Die diesjährigen Preisträgerinnen haben wichtige Beiträge zu diesem Wertewandel geliefert – dies soll der TiBu anerkennen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die drei Preisträgerinnen kommen 2018 aus den Kategorien „Medien“ und „Recht“.

Preisträger 2018:

Kategorie Medien: Dr. Tanja Busse
Als Journalistin, Autorin und Moderatorin hat Dr. Tanja Busse die gesellschaftliche Debatte um Auswüchse einer auf Leistung ausgerichteten Agrarpolitik geprägt. Mit Zeitungs- und Magazinbeiträgen mischt sie sich ein, verbindet Tierschutzfragen mit Umweltfragen und thematisiert damit die Probleme des ländlichen Raums in Summe - und zeigt auch entsprechende Lösungswege auf. „Wir sollten unser Verhältnis zu Tieren immer wieder neu reflektieren, und die Grundlage dafür muss die Empathie sein, nicht die Tradition“, sagt Busse. „Wer eine andere Tierhaltung will, darf nicht anders kaufen, als er redet.“

Kategorie Recht: Dr. Gabriele Fuchs & Nadine Briechle
Dr. Gabriele Fuchs, Amtstierärztin im Landkreis Oberallgäu, und Nadine Briechle, Leiterin des Rechtsamtes Kempten, haben einen Fall angestoßen, der es bis vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) brachte und 2017 in der ZDF „37 Grad“-Dokumentation „Geheimsache Tiertransporte“ Erwähnung fand. Als zuständige Amtstierärztin entschied sich Dr. Gabriele Fuchs – nach Beratung mit Nadine Briechle - gegen die Freigabe eines Transports von Zuchtrindern. Die Tiere sollten über etwa 7.000 Kilometer von Kempten bis nach Usbekistan transportiert werden, wobei sie sechs Tage lang nicht vom LKW abgeladen worden wären. „Dass man die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation daran messen kann, wie sie ihre Tiere behandelt, sagte bereits Gandhi – und so sehe auch ich die Umsetzung des Tierschutzes und meinen Beitrag als Amtstierärztin in unserer Gesellschaft“, kommentiert Dr. Fuchs. Der Exporteur klagte gegen die Entscheidung und argumentierte, dass die Befugnisse der deutschen Amtstierärztin an der EU-Außengrenze enden. Letztlich entschied der EuGH, dass die Vorgaben der EU-Gesetzgebung bis zur Ankunft im Zielland einzuhalten sind, auch wenn das Ziel außerhalb der EU liegt. „Der EuGH hat den Schutz der Tiere auf Langzeittransporten in der Theorie nochmals gestärkt“, sagt Briechle. „Es ist zu hoffen, dass das klare Werteverständnis auch in der Praxis umgesetzt wird und Tiere nicht nur auf dem Papier geschützt werden. Dafür ist ein beständiges Interesse der Öffentlichkeit von großer Bedeutung. Die Auszeichnung freut mich in diesem Sinne riesig, da der Tierschutz beim Transport damit nochmals in die öffentliche Wahrnehmung rückt.“