Pressemeldung

Anhörung zum Freihandelsabkommen (TTIP) im Bundestag - Deutscher Tierschutzbund kritisiert Sachverständigenbesetzung - TTIP mit hohem Tierschutzrisiko verbunden

Anlässlich der heutigen Anhörung zum geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) warnt der Deutsche Tierschutzbund vor den erheblichen Risiken für den Tierschutz, die durch den Vertrag entstehen könnten. Der Verband weist darauf in einer schriftlichen Stellungnahme an den Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft hin. Er fordert konkrete Maßnahmen, beispielsweise ein EU-Importverbot von Produkten aus der Klontierzucht. Zudem dürfen die aus Tierschutzsicht sowieso zu geringen europäischen Regeln, z.B. zur Haltung von Tieren in der Landwirtschaft, nicht auch noch durch US-Mindeststandards unterlaufen werden, die sich die EU mit Blick auf Wirtschaftsinteressen dann zu Eigen macht. Ferner kritisiert der Verband, dass obwohl das Abkommen enorme Auswirkungen auf Tierschutzstandards haben könnte, keine Natur- oder Tierschutzorganisationen eingeladen sind.

„Das Freihandelsabkommen darf kein Freibrief zum Unterlaufen der sowieso zu geringen Tierschutzstandards in Europa werden. Es sind keine Vertreter deutscher Tier- und Naturschutzorganisationen zur mündlichen Anhördung geladen, das ist ein fahrlässiges Signal: Wenn nur die wirtschaftlichen Interessen berücksichtigt werden, droht eine Tierschutz-Abwärtsspirale“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Damit einher geht die Gefahr, den Markt für tierschutzwidrige Erzeugnisse zu öffnen, die in Europa niemand haben will – z.B. für Fleisch aus der Klontierzucht. Schröder: „Europa darf nicht mit Tierquälerei Marke USA überschwemmt werden. Auf beiden Seiten des Atlantiks müssen die jeweils besten Tierschutzstandards durchgesetzt werden.“ Der Deutsche Tierschutzbund fordert zudem die EU auf, sich das Recht vorbehalten, Tierschutzvorgaben stetig, auch einseitig zu erhöhen. Sonst drohe jahrzehntelanger Stillstand auf der unteren Tierschutzskala. Auch muss es gemeinsame Programme zur Förderung der tierversuchsfreien Forschung geben, so Schröder.