Bundestag entscheidet über Ferkelkastration

Kommentar

Ferkel im Stroh. © Deutscher Tierschutzbund e.V./NEULAND e.V.
© Deutscher Tierschutzbund e.V./NEULAND e.V.

Der Deutsche Bundestag entscheidet heute über den Gesetzentwurf von CDU, CSU und SPD, wonach das eigentlich ab 1.1.2019 geltende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre hinausgezögert werden soll. Kurz vor der Abstimmung kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:

„Es galt bisher immer ein guter Grundsatz: Was rechtsstaatlich beschlossen wurde, das muss gelten! Wir warnen daher jeden einzelnen Abgeordneten der CDU, CSU und SPD davor, heute mit einem Ja zum Antrag der Koalition den Weg in eine Bananen- oder hier vielleicht besser „Ferkelrepublik“ - freizumachen. Dies wäre ein großangelegter Angriff auf das Staatsziel Tierschutz und auf das Wohl der Ferkel. Denn wenn dieser Entwurf eine Mehrheit findet, bedeutet dies weiteres Leid und Schmerz für 40 Millionen Ferkel.

Es gibt drei tierschutzgerechte, praktikable Alternativmethoden zur betäubungslosen Kastration und damit genügend fundierte Gründe, die dagegen sprechen, das gesetzlich ab 1.1.2019 geltende Gebot der Betäubungspflicht zu kippen. Es gibt dagegen nur einen einzigen Grund, der die Regierungspartner offenbar bewegt und der zu diesem Antrag geführt hat: die ökonomischen Interessen der Tiernutzer. Wenn Beschlüsse des Deutschen Bundestages aufgrund wirtschaftlicher Interessen einzelner Betroffener kurzfristig aufgehoben werden, trägt dies nicht dazu bei, Vertrauen in die Verlässlichkeit des Gesetzgebers und der Politik insgesamt aufzubauen. Das Bekenntnis des Staates zum Tierschutz ist ein Grundwert, der nicht aus Gewinnstreben ignoriert werden darf.“