Agrarministerkonferenz in Lüneburg

Deutscher Tierschutzbund fordert Ende der Kastenstandhaltung von Sauen

Tierschützer des Deutschen Tierschutzbundes machen in Lüneburg auf die tierschutzwidrigen Zustände in der Sauenhaltung aufmerksam.
Tierschützer des Deutschen Tierschutzbundes machen in Lüneburg auf die tierschutzwidrigen Zustände in der Sauenhaltung aufmerksam.

Die Agrarminister des Bundes und der Länder diskutieren im Rahmen der Agrarministerkonferenz in Lüneburg (27. bis 29.09.2017) u.a. über die Haltung von Sauen in Kastenständen. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt dies zum Anlass, um erneut den Ausstieg aus dieser tierschutzwidrigen Haltung zu fordern. Fast die Hälfte eines Jahres sind Zuchtsauen in Kastenständen eingepfercht – ohne die Möglichkeit sich umzudrehen oder frei zu bewegen.

„Die gängige Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum ist – auch rechtlich gesehen – tierschutzwidrig. Die Agrarminister müssen sich nun den konsequenten Ausstieg aus dieser Haltung, im Deck- und im Abferkelbereich, auf die Fahnen schreiben und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Damit die Landwirte erforderliche Umbauten zeitnah umsetzen können, müssen Bund und die Länder eine entsprechende Förderung ermöglichen.“

Kastenstände sind tierschutzwidrig
Das sogenannte „Magdeburger Urteil“ und dessen Bestätigung durch das Bundesverwaltungsgericht im November 2016 hatten klar gestellt, dass die gängige Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum gegen die Mindestanforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstößt. „Dies muss zum Anlass genommen werden, in naher Zukunft eine Sauenhaltung ohne Kastenstand umzusetzen und bis dahin müssen die Kastenstände den Anforderungen des Urteils und des Gerichtsbeschlusses entsprechen“, fordert Schröder. „Auf keinen Fall dürfen die bestehenden tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen durch eine Anpassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung legalisiert werden.“ Der Deutsche Tierschutzbund fordert zudem ein Fixierungsverbot für den Abferkelbereich sowie weitere gesetzliche Vorgaben für eine tiergerechte Gestaltung der Gruppenhaltung und Abferkelbuchten, etwa mehr Platz, strukturierte Buchten und Nestbaumaterial für die Sauen. Übergangsfristen sollten aus Sicht der Tierschützer so kurz wie möglich angesetzt sein, um möglichst schnell wieder zu einem tiergerechteren Umgang mit den Sauen zurückzufinden.

„Raus mit der Sau!“
Anlässlich der Agrarministerkonferenz protestiert der Deutsche Tierschutzbund heute unter dem Motto „Raus mit der Sau!“ in Lüneburg gegen die Kastenstandhaltung. Die Aktion findet im Rahmen der Kampagne #EndPigPain statt. Mit der Kampagne und einer Petition macht der Deutsche Tierschutzbund zusammen mit verschiedenen europäischen Tierschutzorganisationen und der Dachorganisation Eurogroup for Animals auf das tägliche Leiden von Schweinen aufmerksam.