EU-Parlament fordert mehr Tierschutz für Masthühner

Kommentar

Masthuhn

Das EU-Parlament hat gestern mit großer Mehrheit einen Entschließungsantrag verabschiedet, der die EU-Kommission auffordert, sich für mehr Tierschutz in der konventionellen Haltung von Masthühnern einzusetzen. Dazu kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:  

„Die überwältigende Mehrheit, mit der das EU-Parlament für den Antrag gestimmt hat, macht die Dringlichkeit der Thematik deutlich. Es braucht bessere Haltungsstandards für Masthühner – mehr Platz, natürliches Licht und saubere Luft und bessere Kontrollen. Es braucht eine Abkehr von der Hochleistungszucht: Robustere und gesündere Tiere müssen zum Einsatz kommen. Die Einführung einer Tierschutzkennzeichnung ist längst überfällig ebenso wie die Förderung tiergerechter Haltungsverfahren. Die Kommission ist jetzt im Zugzwang und muss nun die entsprechenden Vorschläge erarbeiten und vorlegen. Das alles ist sie den Tieren und den Verbrauchern in Europa schuldig. Die gestrige Entscheidung des Parlaments war ein wichtiger Impuls in die richtige Richtung.“ 

Hintergrund: Bisher hatte sich die EU-Kommission darauf berufen, dass die EU-Richtlinie von 2007 zum Schutz von Masthühnern ausreichend sei - trotz der Zunahme von Antibiotikaresistenzen und dokumentierten Missständen, die auch die Gesundheit von Verbrauchern gefährden. Die EU-Kommission kann sich nun zu dem Entschließungsantrag äußern, kann ihn aber auch – mit Begründung – ablehnen.