Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten gefordert

Kommentar

Kampagnen Tiertransporte: Ein Rinderauge und der Sloga "Mein Weg in den Tod ist die Hölle".
© BUTTER.

Bilder der ZDF „37 Grad“-Reportage „Geheimsache Tiertransport“ schockierten am Dienstag die Öffentlichkeit. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich mit einem Brief an den zuständigen EU-Kommissar gewandt und fordert ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten. Dazu kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: 

„Die grausamen Bedingungen bei Tiertransporten sind lange bekannt – dennoch haben die Bilder von Tieren, die beim Entladen geschlagen, deren Augen ausgestochen und Sehnen durchtrennt und die ohne Betäubung geschlachtet werden, die Öffentlichkeit erneut schockiert und aufgerüttelt. Obgleich diese Bilder in Drittstaaten der EU aufgenommen wurden, handelt es sich doch um Tiere, die nur deshalb ins Ausland verschachert werden, weil sie in Europa wirtschaftlich wertlos sind und von wohlhabenden Exportunternehmen genutzt werden, um ‘Fleisch’ lebend und möglichst günstig zu transportieren. Die Europäische Union muss sich ihrer Verantwortung stellen. Die Tiertransporte in Drittstaaten widersprechen den ethischen Grundsätzen der EU und ihrer Mitgliedstaaten eklatant. Wir dürfen nicht dulden, dass Tiere aus den Mitgliedstaaten an der Außengrenze sämtlichen Schutz verlieren und grausame Qualen erdulden müssen. Der Europäische Gerichtshof hatte bereits 2015 in einem Urteil gefordert, dass europäische Tierschutzstandards bei Tiertransporten auch über die Außengrenze hinaus eingehalten werden müssen. Aufgrund des massiven Tierleids auf den Transporten fordern wir ein sofortiges Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten!“

Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt außerdem seine Partnerorganisation Animals International, die an der Recherche zur „37 Grad“-Reportage beteiligt war, beim Sammeln von Unterschriften. Mit deren Hilfe soll die OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) aufgefordert werden, sich dem Export von Lebendtieren weltweit entgegenzusetzen.