Tiertransporte

Tierschutz-Problematik nach wie vor aktuell - EU-Tierschutzplattform richtet eigene Untergruppe ein

Kampagnen-Motiv zu Tiertransporten "Mein Weg in den Tod ist die Hölle" mit einem Rinderauge

Noch immer zählen Transporte lebender Tiere mit zu den größten Tierschutzproblemen. Die Anzahl der transportierten Tiere und die Transportdauer sind hoch und steigen stetig. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt daher, dass die EU-Tierschutzplattform nun beschlossen hat, eine kommissionsgeleitete Unterarbeitsgruppe speziell zu Tiertransporten einzurichten. Die Vertreter dieser Gruppe wollen zukünftig Lösungswege erarbeiten, um eine bestehende EU-Gesetzgebung zu konkretisieren und korrekt umzusetzen.

„Es wird Zeit, dass sich endlich etwas bewegt – es darf nicht sein, dass Tiere immer noch mehrere Tage lang quer durch Europa transportiert werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Langfristig muss es unser Ziel sein, keine lebenden Tiere mehr auf diese langen qualvollen Wege zu schicken. Bis das umgesetzt werden kann, müssen die Bedingungen während der Transporte dringend verbessert, Transporte stärker kontrolliert werden – auch über Grenzen hinweg.“

Der Deutsche Tierschutzbund nimmt sich des Themas bereits seit Jahrzehnten an: So begleitete der frühere Präsident Wolfgang Apel 1996 und 2005 selbst Tiertransporte in den Libanon und konnte erschreckende Zustände mit aufdecken, die einen öffentlichen Sturm der Entrüstung auslösten. In der Folge konnte der Verband zusammen mit der europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals erreichen, dass die Exportsubventionen für Schlachttiere in Drittländer gestrichen wurden. Dennoch lässt die Gesetzgebung nach wie vor zu viel Tierqual zu. So gibt es beispielsweise noch immer keine Begrenzung der absoluten Transportdauer. Hinzu kommen noch die oft unerträgliche Enge, Hitze oder Kälte, Durst und verletzungsbedingte Schmerzen. Gesetzliche Vorgaben sind oft nur vage formuliert und bieten zu viel Interpretationsspielraum.

EU-Tierschutzplattform nimmt sich des Themas an
Die in diesem Jahr ins Leben gerufene EU-Tierschutzplattform soll Organisationen aus dem privaten und öffentlichen Sektor, Experten und Nichtregierungsorganisationen zusammenbringen, um den Tierschutz in Europa zu verbessern. In Untergruppen sollen bestimmte Themen diskutiert und Lösungswege erörtert werden. Der Deutsche Tierschutzbund hatte bereits im Vorfeld der letzten Sitzung der EU-Tierschutzplattform, die Vertreterin der deutschen Regierung gebeten, sich für die Bildung von Unterarbeitsgruppen einzusetzen und begrüßt daher den Vorstoß zur Bildung der Gruppe zu Tiertransporten. Weitere Untergruppen soll es außerdem zu Schweinen, Pferden und zum illegalen Handel mit Heimtieren geben.