Tierschutzlabel-Landwirt erhält Auszeichnung beim Bundeswettbewerb "Landwirtschaftliches Bauen"

Die Hennen haben mehrere Hektar Auslauf - auf der Weide hält Landwirt Rieken sie zusammen mit Hochlandrindern.
Die Hennen haben mehrere Hektar Auslauf - auf der Weide hält Landwirt Rieken sie zusammen mit Hochlandrindern.

Auf der EuroTier hat das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) einen Landwirt beim Bundeswettbewerb "Landwirtschaftliches Bauen" ausgezeichnet, der unter den Kriterien des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes arbeitet. Geflügelhalter Elfried Rieken erhielt gestern den Preis für seine zukunftsfähigen Stallanlagen in Hovel (Niedersachsen). Durch Umrüstung zweier ehemaliger Schweineställe im Jahr 2016 profitieren seine Legehennen nun unter anderem von mehr Platz und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten.

„Unser Tierschutzlabel soll Tieren in der Landwirtschaft jetzt und sofort einen wirklichen Mehrwert bringen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Elfried Rieken hat gezeigt, wie man durch einen Stallumbau Raum für ein Haltungssystem schaffen kann, dass den Tieren und ihren arteigenen Bedürfnissen gerecht wird. Wir freuen uns mit ihm über die Auszeichnung.“

Das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes schreibt in seinen Kriterien für Legehennen deutlich mehr Platz vor als in der konventionellen Haltung. Rieken hält in mehreren Gruppen insgesamt 13.750 Hennen in zwei Stalleinheiten - eigentlich dürften es über 17.000 sein. Hinzu kommen drei Hektar Auslauf pro Stall, das sind rund vier Quadratmeter pro Tier. Auf der Weide leben derzeit ebenfalls sechs Hochlandrinder. „Sie geben den Hennen Sicherheit, sodass diese den kompletten Auslauf - bin hin zum Waldrand - nutzen, um zu scharren und zu picken." Die Möglichkeit dazu haben sie auch in den Sandbädern im Wintergarten, den die Tiere bei schlechtem Wetter nutzen können. Das Tierschutzlabel schreibt zudem Beschäftigungsmaterial vor – bei Legehennen notwendig, um gegenseitiges Federpicken zu verhindern. Riekens Hennen sind gut befiedert – „ein Zeichen, dass sie sich wohl fühlen“, sagt er. Er stellt seinen Tieren ganze Heuballen zur Verfügung, außerdem gibt es auch mal Kartoffeln oder Möhren zum Auseinanderpflücken. „Als Landwirt lebt man von den Tieren, da sollte man dafür sorgen, dass es ihnen auch gut geht“, so Rieken abschließend. Den Schritt beim Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes mitzumachen, habe er daher nie bereut.

Für den Bundeswettbewerb "Landwirtschaftliches Bauen" sucht das KTBL im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gemeinsam mit den Bundesländern beispielhafte Lösungen zu aktuellen Fragen im landwirtschaftlichen Bauen. Die Auszeichnung von insgesamt sechs Betrieben fand auf der EuroTier, Fachausstellung für Tierhaltung und -management, in Hannover statt.