Pressemeldung

Beschlussvorlage enttäuscht: Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ und Deutscher Tierschutzbund fordern Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung für München

Das Aktionsbündnis „Artgerechtes München“, initiiert von den Veranstaltern des Tollwood-Festivals, hat heute in München 30.000 Unterschriften an Oberbürgermeister Dieter Reiter übergeben. Das Bündnis, die Unterzeichner und der Deutsche Tierschutzbund fordern die Stadt München auf, das kulinarische Angebot in ihrem Hoheitsgebiet auf artgerecht produzierte Lebensmittel umzustellen. Am 14. April wird ein entsprechender Antrag im zuständigen Gesundheitsausschuss debattiert. Die vorliegende Beschlussvorlage ist jedoch aus Tierschutzsicht mehr als enttäuschend. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher dringend eine Nachbesserung.

Die bayerische Landeshauptstadt soll nach Sicht des Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ in ihrem Wirkungsgebiet zukünftig nur noch Produkte einsetzen oder zulassen, die nachweislich aus artgerechter Tierhaltung stammen – zum Beispiel in allen städtischen Kantinen und Einrichtungen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen. Übermorgen stimmt der Gesundheitsausschuss des Münchner Stadtrats über eine entsprechende Beschlussvorlage ab. „Diese besteht jedoch nur aus Unverbindlichkeiten, es fehlt eine klare Zielsetzung, daher ist sie mehr als enttäuschend“, kritisiert Schröder und fordert dringende Nachbesserung vor einer Stadtrats-Entscheidung. Das Bündnis und auch der Deutsche Tierschutzbund erwarten einen mutigen Schritt in Richtung eines artgerechten Münchens: „Wir appellieren an alle Entscheidungsträger, sich für mehr Tierschutz in München stark zu machen und damit ein wichtiges Signal zu setzen. Sonst wird die Stadt in den nächsten Jahren in Sachen Tierschutz stehen bleiben.“ Unterstützt wird das Bündnis neben dem Deutschen Tierschutzbund auch von weiteren namhaften Verbänden, Unternehmen, Prominenten, Wissenschaftlern und Privatpersonen.

Mahnwache und Aktionen auf dem Marienplatz
Seit dem Wochenende hält das Bündnis auf dem Marienplatz eine Mahnwache ab. Aktuell ist dort auch die imposante Installation "Alles hat ein Ende... nur die Wurst hat keins" des Künstlerduos neozoon zu sehen, welche die Stadtratsmitglieder an ihre Verantwortung erinnern soll: Überdimensionale Würste, die wie Sauen in Kastenstände eingepfercht sind, verdeutlichen die bedrückende Enge in der industriellen Intensivtierhaltung, welche die natürlichen Bedürfnisse der Tiere völlig missachtet. Neben der Haltung auf engstem Raum werden den Tieren zur Vermeidung von Verletzungen und Kannibalismus Zähne abgeschliffen, Schnäbel gekürzt, Schwänze oder Hörner entfernt - unter qualvollen Schmerzen.

Am Tag der Debatte im Gesundheitsausschuss, am 14. April, ist das Bündnis mit einer überraschenden Aktion erneut auf dem Marienplatz präsent.

Wer das Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ unterstützen möchte, kann sich vor Ort oder online informieren und seine Stimme abgeben: www.artgerechtes-muenchen.de/mitmachen