Novellierung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung: Nachbesserungsbedarf beim Kastenstand

Kommentar

Sau im Kastenstand
Sau in Kastenstandhaltung © Jo-Anne McArthur

Nachdem die Novellierung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gestern im Bundesgesetzblatt verkündet wurde, treten die neuen Regelungen heute in Kraft. Neu ist unter anderem ein Verbot der Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum, das allerdings erst nach einer Übergangszeit von acht Jahren gelten wird. Dazu kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:

„Acht Jahre Übergangsfrist für den Ausstieg aus der rechts- und tierschutzwidrigen Kastenstandhaltung im Deckbereich sind kein Grund zum Jubeln. Dennoch war vor rund einem Jahr noch nicht absehbar, dass es überhaupt ein Verbot geben würde: Julia Klöckners Plan sah vor, die Kastenstände nicht abzuschaffen, sondern die leidvolle Haltung zu legalisieren. Und so ist die heute in Kraft tretende Novellierung der Verordnung bei aller Kritik auch ein kleiner Erfolg für den Tierschutz. Immerhin sind die Kastenstände in absehbarer Zeit Geschichte und der Weg für die Gruppenhaltung ist geebnet. Wir appellieren an die Landwirte, die acht Jahre nicht auszureizen und schnellstmöglich ihre Ställe umbauen.

Klar ist aber auch: Allein mit einem Verbot der Kastenstände im Deckbereich ist es noch nicht getan! Es braucht ein grundsätzliches Ende der Kastenstandhaltung – auch im Abferkelbereich – das nicht auf die lange Bank geschoben werden darf.“