SPD-Bundestagsfraktion beschließt der Fristverlängerung bei der Ferkelkastration zuzustimmen

Kommentar

Ferkel im Stroh. © Deutscher Tierschutzbund e.V./NEULAND e.V.
Ferkel im Stroh. © Deutscher Tierschutzbund e.V./NEULAND e.V.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat während ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, den gemeinsamen Gesetzentwurf der Großen Koalition zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration am Freitag in den Deutschen Bundestag einzubringen. Der Deutsche Tierschutzbund zeigt sich von dieser Entscheidung tief enttäuscht.

„Die SPD-Bundestagsfraktion hat die Chance vertan, dem Druck der Agrarlobby zu widerstehen und eine Schwächung des Tierschutzgesetzes zu verhindern“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir appellieren nun an diejenigen SPD-Abgeordneten, die an diesem Gesetz zweifeln, ihrem Gewissen zu folgen und ihre Stimme zum Wohl der Tiere abzugeben.“

Der Verband hatte den Abgeordneten der Koalitionsfraktionen im Vorfeld mehrfach seine wissenschaftlichen und rechtlichen Bedenken an der Fristverlängerung dargelegt.  „Dass die Koalition sämtliche Bedenken aus Tierschutzsicht  ignoriert, spricht eine deutliche Sprache“, so Schröder. „Die wirtschaftlichen Interessen der Agrarlobby wiegen für die Große Koalition schwerer als der Schutz der Tiere. Entgegen der vollmundigen Versprechen des Koalitionsvertrages wird der Tierschutz von dieser Koalition mit Füßen getreten.“