Pressemeldung

Oktoberfest, Auer Dulten und Christkindlmarkt München will Tierschutzaspekt bei der Vergabe von Standplätzen schwächen

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern kritisieren eine Beschlussvorlage des Ausschusses für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München, die einen Rückschritt für den Tierschutz bedeutet. Die Vorlage wird am Dienstag, den 5. Juli im Wirtschaftsausschuss diskutiert. Sie sieht vor, dass bei der Vergabe von Standflächen für das Oktoberfest, die Auer Dulten und den Christkindlmarkt, die über ein Bewertungssystem mit Punkten erfolgt, das Angebot von regional erzeugten Produkten ebenso hoch bewertet wird wie das von Bio-Produkten. Die Tierschützer fordern eine kritische Prüfung der Beschlussvorlage und eine höhere Gewichtung von Tierschutz-Kriterien in der Lebensmittelbeschaffung.

„Dieses neue Bewertungsschema ist enttäuschend. Regionale Herkunft allein ist in der Regel kein Qualitätsmerkmal, die Produkte stammen meist aus konventioneller Tierhaltung und sind daher aus Tierschutzsicht nicht mit Bio-Produkten oder Produkten aus tierfreundlichen Initiativen gleichzusetzen“, kommentiert Nicole Brühl, Vorsitzende des Landesverbands Bayern des Deutschen Tierschutzbundes. „Kommt diese Beschlussvorlage wirklich zum Tragen, bedeutet dies einen Rückschritt für den Tierschutz in der Region München.“

„Dass Produkte, die besonderen Wert auf eine tiergerechte Erzeugung legen, in einem Bewertungsschema nicht aufgewertet und nun Bio-Produkte auch noch abgewertet werden sollen, ist für uns absolut unverständlich und entspricht auch nicht dem gesellschaftlichen Willen“, ergänzt Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz in Neubiberg. Als Mitglied des Aktionsbündnisses „Artgerechtes München“ hat sich der Deutsche Tierschutzbund daher schriftlich an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und Bürgermeister Josef Schmid gewandt und um eine kritische Prüfung der Beschlussvorlage gebeten. Der Verband fordert, die Bewertung der Tierschutz-Kriterien bei der Lebensmittelbeschaffung nicht zu schwächen, sondern ihnen noch deutlich mehr Gewicht zu geben, als es bis dato der Fall ist.

Produkte aus artgerechter Tierhaltung sind gewünscht

Dass in München deutlich mehr Produkte aus artgerechter Haltung auf öffentlichen Großveranstaltungen gewollt, machbar und finanzierbar sind, zeigen unabhängige Gutachten, aber auch die in ihrer Anzahl eindrucksvollen Stimmen der Bürgerinnen und Bürger, die das Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ unterstützen, ebenso wie das sehr erfolgreiche und beliebte Münchner Tollwood Festival, das sich seit Jahren für artgerechte Tierhaltung stark macht.