Tierschutzplan Brandenburg kommt

Schweine dicht gedrängt im Stall

Der Tierschutzplan Brandenburg wird umgesetzt – so entschied heute das Plenum des Brandenburger Landtags über den entsprechenden Antrag von SPD, den Linken und der CDU. Ein Umsetzungskonzept soll bis Ende 2018 vorgelegt werden. Auch soll der Tierschutzplan regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben werden, Interessensgemeinschaften sind weiter einzubeziehen. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Brandenburg begrüßen den Tierschutzplan. Gleichzeitig appellieren die Tierschützer dafür, dass Pläne einzelner Bundesländer in einer nationalen Nutztierstrategie aufgehen müssen.

„Brandenburg geht – ebenso wie Niedersachsen– mit gutem Beispiel voran. Der Tierschutzplan muss auf jeden Fall umgesetzt und auch weiter fortgeschrieben werden. Nichtsdestotrotz brauchen wir auf nationaler Ebene eine einheitliche und umfassende Tierschutzstrategie und Umsetzung, um föderale Insellösungen und paralleles Arbeiten zu vermeiden. Dazu müssen die bestehenden Initiativen zusammengeführt werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Tierschutzplan ging aus der Volksinitiative gegen tierschutzwidrige Massentierhaltung hervor, die vom Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg initiiert wurde, in dem auch der Landestierschutzverband Brandenburg des Deutschen Tierschutzbundes Träger ist. Der Landtag hatte mit einem Beschluss im April 2016 die Landesregierung beauftragt, unter Beteiligung der Interessenverbände und der Wissenschaft, einen Tierschutzplan zu erarbeiten. Der offiziell im Dezember 2017 übergebene Tierschutzplan enthält rund 130 konkrete Maßnahmenvorschläge, um das Management und die Haltung von Schweinen, Rindern, Puten, Legehennen, Masthühnern und Pferden zu optimieren. Zudem nennt er Handlungsempfehlungen zur Reduzierung von Umweltauswirkungen und des Arzneimitteleinsatzes.

Der Deutsche Tierschutzbund war über seinen Landestierschutzverband Brandenburg an der Ausarbeitung des Tierschutzplans beteiligt. „Positiv ist, dass etwa der Zielkonflikt zwischen Umwelt- und Tierschutz angegangen und ein Ausstieg aus dem routinemäßigen Schwanzkupieren bei Schweinen vereinbart werden soll“, bewertet Renate Seidel, Vorsitzende des Landestierschutzverbands Brandenburg den Tierschutzplan. „Manche Punkte enthalten dagegen zurzeit nur vage Absichtserklärungen ohne konkrete Fristen und Maßnahmen – zum Beispiel, wenn es um Haltungsverbesserungen zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes bei Mastgeflügel geht. Daher ist es umso wichtiger, dass die im Plan enthaltenen Maßnahmen mit konkreten Zeit- und Kostenplänen versehen werden.“