Pressemeldung

Verordnungen für den Katzenschutz: Schleswig-Holstein unterstützt Kommunen bei Umsetzung

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein bietet Städten, Ämtern und Gemeinden Hilfestellungen, damit diese Verordnungen für den Katzenschutz leichter umsetzen können. Konkret geht es um die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Katzen mit Freilauf. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes und seines Landesverbandes Schleswig-Holstein ein guter und wichtiger Schritt. Dem vorrausgegangen war ein Pilotprojekt zur Katzenkastration, bei dem wichtige Daten zu frei lebenden Katzen gesammelt wurden, etwa zum schlechten Zustand vieler Straßenkatzen.

Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbandes, erläutert: „Wir erhoffen uns durch diesen Vorstoß auf Dauer eine Entlastung der Tierheime. Große Populationen frei lebender Katzen bergen viele Tierschutzprobleme. Die Tiere sind oft schlecht versorgt und krank. Die Betreuung und notwendigen Kastrationen dieser Katzen bedeutet enorme Kosten für die engagierten Tierfreunde vor Ort.“

„Ein guter Vorstoß der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Jetzt liegt der Ball bei den Städten und Gemeinden. Denn neben Kastrationsaktionen frei lebender Katzen kann nur eine Kastrationspflicht von Freigängerkatzen aus Privathaushalten das Katzenleid langfristig mindern“, ergänzt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Dem aktuellen Vorstoß des Ministeriums ging ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt mehrerer Verbände, Städte und Kommunen in Schleswig-Holstein voraus: Zwischen Oktober 2014 und Oktober 2015 wurden knapp 7.500 frei lebende und privat gehaltene Katzen kastriert, gekennzeichnet und registriert, u.a. beim Deutschen Haustierregister. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband gaben dafür 45.000 Euro. Der Erfolg ist unmittelbar in den Tierheimen spürbar: 15 bis 20 Prozent weniger herrenloser Fundkatzen in den Tierheimen des Bundeslandes.

Die Tierschützer kritisieren trotz allen Lobes, neben einigen Punkten der Musterverordnung des Ministeriums, allerdings das grundsätzliche Vorgehen: Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit langem die flächendeckende, bundesweite Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen. Das Herunterdelegieren auf die Bundesländer oder wie in diesem Fall auf die Gemeinden ist wenig zielführend.