Deutscher Tierschutzbund übernimmt sichergestellte Kleintiere aus Tierhandel in Bayern

Vermittlung ist nun möglich

2 weiße Mäuse aus dem Tiertransport-Fall in Bayern im Oktober 2017 fressen in einem Käfig Hirse.
© Deutscher Tierschutzbund e.V./M. Marten

Die mehr als 7.000 Kleintiere, die Mitte Oktober in Bayern (Landkreis Schwandorf) beschlagnahmt wurden, sind ins Eigentum der betreuenden Tierheime übergegangen – dazu hatte sich der bisherige Eigentümer einverstanden erklärt. Die Tierschützer zeigen sich erfreut darüber, dass die Besitzverhältnisse damit geklärt sind und die Tiere ab sofort in gute Hände vermittelt werden dürfen. Gleichzeitig fordern der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern, dass die Politik Verantwortung übernimmt und die Tierheime mit den entstandenen Kosten nicht alleine lässt.

„Dieser Transport hat alle Dimensionen gesprengt und ist hoffentlich ein Weckruf für die bayerische Landesregierung, aber auch für den für Tierschutz zuständigen Bundesminister“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es darf nicht sein, dass die Tierheime wieder auf den enormen Kosten sitzen bleiben, die die Versorgung geschwächter und kranker Tiere aus Beschlagnahmungen mit sich bringt“, ergänzt Nicole Brühl, Vorsitzende des Landesverbands Bayern.

Die beschlagnahmten Mäuse, Ratten, Kaninchen und Meerschweinchen sollten offenbar u.a. als Futtertiere in Belgien, aber auch an deutsche Zoohändler verkauft werden. Geschützte Exoten, etwa über hundert Axolotl, befanden sich ebenfalls in dem tschechischen Kastenwagen. Dort waren die Tiere zusammengepfercht, litten Hunger und Durst und mussten zunächst einmal mit Wasser und Futter versorgt, gesundheitlich betreut und nach Geschlechtern getrennt werden – eine Mammutaufgabe für alle Helfer. Für einige Tiere kam die Hilfe zu spät, sie starben bereits während des Transports. „Unser Landesverband und die Tierheime, die sich der Tiere annahmen, haben in den letzten Wochen Höchstleistungen erbracht“, dankt Schröder. „Mit der Übereignung der Tiere hoffen wir nun, dass die Tierheime sie in liebevolle Hände vermitteln können. Kein beschlagnahmtes Tier, das in der Obhut von Tierschützern landet, soll und darf jetzt noch als Futtertier enden.“

7.000 Tiere brauchen Hilfe
Erst jetzt, da der Eigentümer auf seinen Anspruch verzichtet hat, können die Tierschutzvereine die gesunden Tiere vermitteln. Ob es gelingt, für die große Zahl an Mäusen und Ratten private Halter zu finden, bleibt dabei fraglich. Wer an einer Adoption interessiert ist, kann sich an eines der über 80 dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime wenden, in denen die Tiere aktuell noch betreut werden. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt die Tierheime auch finanziell und sammelt Spenden für diesen Notfall.