Pressemeldung

Gespräche zeigen Erfolg: Fressnapf erhöht Tierschutzstandards für Reptilien

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die erhöhten Tierschutzstandards bei Fressnapf zu Reptilien. Das Unternehmen verzichtet ab April 2017 auf Wildfänge und beschränkt das Sortiment ab April 2018 auf europäische Nachzuchten. Auch das Artenspektrum hat Fressnapf bereits reduziert. Die Maßnahmen resultieren u.a. aus Gesprächen, die Fressnapf und der Deutsche Tierschutzbund regelmäßig und langfristig geführt haben. Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich grundsätzlich für ein Ende der Reptilienverkäufe aus, lobt aber die aktuellen Maßnahmen als richtigen Schritt.

„Wir sind froh, dass sich Fressnapf zu höheren Standards bekennt. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Tierschutz“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der komplette Verzicht auf Reptilienverkäufe ist weiterhin das Ziel des Verbandes, der gleichzeitig anerkennt, dass Fressnapf gewillt ist, die Standards zu erhöhen, um Tierleid zu verringern.

Deutschland ist EU-weit der größte Importeur und Absatzmarkt für Wildtiere: Hunderttausende lebende Reptilien, darunter zahlreiche Wildfänge, landen in Deutschland. Die Handelswege sind teilweise undurchsichtig: Die Tiere durchlaufen manchmal mehrere Stationen. Nach dem Fang oder von Farmen gelangen sie über Zwischen- und Großhändler im Herkunftsland oder in Zweitländern am Ende zu Großhändlern in Deutschland, bis sie schließlich ins Zoofachgeschäft kommen. Die Entnahme von Tieren aus der Natur ist mit zahlreichen Tier- und Artenschutzproblemen verknüpft. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt, dass Fressnapf im ersten Schritt auf alle wild gefangenen Reptilien verzichten wird. Da aber auch immer wieder als Nachzucht deklarierte Wildfänge als Import nach Europa gelangen, ist es aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes konsequent, ab 2018 nur noch europäische Nachzuchten anzubieten.

Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass sich das angebotene Artenspektrum durch die angekündigten Maßnahmen noch weiter reduzieren wird. Dies ermöglicht, die Beratung in den Fressnapf-Märkten weiter zu verbessern: Denn aktuell müssen Käufer keine Sachkunde nachweisen, wenn sie ein Tier erwerben und vieles, was später bei der Haltung richtig oder falsch gemacht wird, hängt von der Qualität der Beratungsgespräche beim Kauf ab.

Viele Reptilien haben besonders hohe Ansprüche an Futter und Klima, die im Privathaushalt kaum erfüllt werden können. Käufer unterschätzen, wie teuer die Tiere im Unterhalt sind, wie alt oder wie groß sie werden. Überforderte Halter setzen ihre Tiere dann nicht selten aus oder geben sie im Tierheim ab. Die Tierheime bringt das an ihre Grenzen. Denn es braucht geeignete Räumlichkeiten, die notwendigen finanziellen Mittel sowie das nötige Fachwissen, um Reptilien aufnehmen und angemessen versorgen zu können. Rund 30.000 Reptilien mussten die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierschutzvereine in den letzten Jahren aufnehmen.