Bayern will Tierheime fördern

Erfolg für den Tierschutz

Protestkundgebung vom Landesverband Bayern im Deutschen Tierschutzbund und des Deutsche Tierschutzbundes vor der bayerischen Staatskanzlei in München am 21.9.2018 zur fehlenden Tierheimförderung in Bayern.
Protestkundgebung vom Landesverband Bayern im Deutschen Tierschutzbund und des Deutsche Tierschutzbundes vor der bayerischen Staatskanzlei in München am 21.9.2018 zur fehlenden Tierheimförderung in Bayern. © Tierschutzverein München e.V.

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern begrüßen die Entscheidung des bayerischen Ministerrats, wonach der Freistaat Bayern den Tierheimen zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen will. Dennoch ist diese Einsicht der Staatsregierung, die auf Druck der Tierschützer erfolgt ist, nur ein Teilsieg: denn die Förderung ist zunächst nur für zwei Jahre bewilligt und die geforderten zusätzlichen Gelder für die Folgen des illegalen Welpenhandels sind darin nach Interpretation der Tierschutzverbände bereits integriert.

„Bisher sind in Bayern sämtliche Initiativen zur Tierheimförderung an der CSU gescheitert. Umso mehr freuen wir uns, dass die Staatsregierung jetzt Unterstützung in Aussicht stellt. Da andere Fraktionen im Landtag schon seit Jahren den Tierheimfonds fordern und die CSU jetzt nur mit einsteigt, sind wir sicher, dass unabhängig vom Wahlausgang dieser Haushaltstitel auch beschlossen wird“, kommentiert Nicole Brühl, Präsidentin des Landesverbandes Bayern des Deutschen Tierschutzbundes. „Doch trotz aller Freude: In Bayern brauchen wir keinen Schnellschuss für zwei Jahre, sondern die dauerhafte Anerkennung, dass die Tierschützer gute Arbeit leisten und die Staatsregierung und die Kommunen sie deshalb unterstützen. Das ist hier - zumindest noch nicht - ersichtlich.“

Nach Angaben der Staatskanzlei sollen die zwei Millionen Euro vor allem bei Sanierungs- und Baumaßnahmen unterstützen; ebenso bei laufenden Kosten. Auch projektbezogene Förderungen seien möglich, so die Staatskanzlei in einer Pressemeldung. Voraussetzung für eine solche ist dabei jedoch immer, dass auch die Kommunen ein „angemessenes finanzielles Engagement“ zeigen. Dies könnte in der Praxis zum Problem werden, weil die Kommunen ihrer Pflicht, die Tierheime zu fördern nicht nachkommen. Vielmehr vergüten sie nicht einmal flächendeckend die in ihrem Auftrag erbrachten Leistungen – wie die Unterbringung von Fundtieren - entsprechend. „Es darf nicht dazu kommen, dass die Gelder nicht abgerufen werden können, nur weil die Kommunen sich sperren. Hier muss der Freistaat die Kommunen in die Pflicht nehmen“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Ein weiterer Wehrmutstropfen für den Tierschutz: Eine dringend benötigte separate Unterstützung für die Folgen des illegalen Welpenhandels ist nicht vorgesehen. Dabei stellt dieser aufgrund der Grenznähe eine extreme Herausforderung für die bayerischen Tierheime dar. Diese müssen immer wieder zahlreiche, meist kranke Welpen aufnehmen und versorgen – und bleiben vielfach auf den Kosten sitzen.