7.000 Kleintiere und Exoten: Deutschlands bisher größter Tiertransport gestoppt!

Symbolbild: Junge Ratten liegen ohne Mutter zusammen auf einem Handtuch.
Symbolbild: Junge Ratten ohne Muttertier.

In Bayern wurde am Sonntag (15.10.) der wohl bisher größte deutsche Tiertransport gestoppt. Die Polizei beschlagnahmte über 7.000 Tiere – darunter Mäuse, Ratten, Kaninchen und Meerschweinchen. Zudem befanden sich auch geschützte Exoten in dem tschechischen Kastenwagen. Der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes ist maßgeblich an der Rettungsaktion der Tiere beteiligt. Für einige Tiere kam die Hilfe leider zu spät, sie starben bereits während des Transports. Aktuell werden die Tiere auf die umliegenden Tierheime in Bayern und in anderen Bundesländern verteilt, wobei die hohe Anzahl der Tiere die Kapazitäten der Unterbringungsmöglichkeiten übersteigen. Die Tierschützer gehen davon aus, dass die Tiere als Futtertiere in Belgien verkauft werden sollten. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern kritisieren die Missstände dieser Tiertransporte scharf und fordern eine angemessene Unterstützung der Tierheime, die die Tiere aufnehmen und versorgen.

„Die Tierheime sind schon mit den vielen Hundewelpen aus illegalen Transporten extrem beansprucht. Dieser tierschutzwidrige Transport sprengt alle Dimensionen“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er ist sich mit der zuständigen Landesvorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes in Bayern, Nicole Brühl, einig: „7.000 Tiere! Das muss ein Weckruf für die bayerische Landesregierung, aber auch für den für Tierschutz zuständigen Bundesminister sein und endlich Konsequenzen nach sich ziehen.“ „Die Versorgung der geschwächten und kranken Tiere aus illegalem Handel stellt unsere Tierheime immer wieder vor große Herausforderungen und verursacht enorme Kosten, auf denen sie häufig sitzen bleiben – so kann das nicht weitergehen“, ergänzt Schröder.

Die Tiere sollten nach aktuellem Kenntnisstand unter horrenden Transportbedingungen von Tschechien nach Belgien gebracht werden. Sie hatten weder Wasser noch Futter und wurden in viel zu engen Kisten zusammengepfercht. Die Vermutung liegt nahe, dass die kleinen Säuger als Futtertiere verkauft werden sollten. Oft liegen bei der Haltung, dem Transport und der Tötung sogenannter Futtertiere tierschutzrelevante Zustände vor. Die Tiere werden ungerechterweise als Tiere zweiter Klasse gehalten, was nicht dem Grundgedanken des deutschen Tierschutzgesetzes entspricht, denn jedes Tier – auch Wirbellose – muss nach §2 des Tierschutzgesetzes der Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden.

Der Transport von nicht entwöhnten Jungtieren ohne Mutter, wie es bei den vorgefundenen Babymäusen und -ratten der Fall war, ist nicht zulässig. Das heißt, der Transport hätte nie in Tschechien starten dürfen. Der Deutsche Tierschutzbund hofft auf eine lückenlose Aufarbeitung dieses illegalen Transportes seitens der Behörden, nicht nur wegen der fehlenden Dokumente, sondern auch vor allem aufgrund des Tierleids, das durch die Transportmissstände von den Händlern willentlich in Kauf genommen wurde.