Nach Unfall mit Pferden bei Karnevalsumzug in Köln

Deutscher Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen fordern Tierverbot auf Karnevalsumzügen und konsequente Aufklärung

Kommentar

Pferde mit Kutsche bei einem Karnevalsumzug

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen hoffen, dass die Menschen und die Pferde den Unfall gut überstehen. Zugleich sieht der Verband sich in seiner Kritik an Pferden in Karnevalsumzügen bestätigt. Die Mitnahme der Tiere ist ein unkalkulierbares Risiko für Mensch und Tier.

„Für Millionen Menschen ist der Straßenkarneval ein großer Spaß. Das soll es auch bleiben, das geht aber eben auch ohne Tiere. Für die Pferde ist es purer Stress und damit verbunden bleibt immer ein unkalkulierbares Risiko für Mensch und Tier. Die Verantwortlichen im Karneval wären gut beraten, jetzt endlich umzudenken und ein Pferdeverbot auszusprechen. Der Vorfall scheint nach bisherigem Sachstand noch glimpflich verlaufen zu sein, aber das Risiko, dass Karnevalisten und Tiere noch schwerer zu Schaden kommen, das sollte keiner eingehen“, so Marius Tünte, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbundes.

Trotz Auflagen und Kontrollen kam es heute zu einem Zwischenfall in Köln, auch im letzten Jahr gab es in Köln und Bonn Unfälle. Mit Blick auf die noch ausstehenden „Veedelszüge“ und besonders mit Blick auf die Karnevalssession 2019 erneuert der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einem Pferdeverbot für Karnevalsumzüge. Gleichzeitig fordert der Verband die zuständigen Behörden auf, den Vorfall konsequent und öffentlich zu untersuchen.

Aus Sicht des Verbandes ist es fahrlässig, dass NRW-Innenminister Reul Medienberichten zufolge direkt ein Pferdeverbot ausgeschlossen hat. Er setzt damit Mensch und Tier weiterhin einem unnötigen Risiko aus.

Pferde sind in Karnevalsumzügen nervlich stark strapaziert, sie sind Fluchttiere und sehr schreckhaft. Laute Musik, Tröten und Gegröle tuen ihr übriges. Auch für den Menschen besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr: Das Risiko, dass Pferde nervös werden und auf den oft engen Wegen die Jecken am Straßenrand verletzen, ist hoch. Hinzu kommt, dass die Tiere in unnatürlichem Tempo oft stundenlang auf Asphalt gehen müssen.