World Dog Show in Leipzig

Hunde mit Qualzuchtmerkmalen oft weit verbreitet

Kurzköpfige Hunde wie etwa der Mops leiden meist unter Atemnot und Augenproblemen. © M. Schicht
Kurzköpfige Hunde wie etwa der Mops leiden meist unter Atemnot und Augenproblemen. © M. Schicht

Die heute beginnende World Dog Show in Leipzig (8.-12.11.2017) zeigt bei Rassehundewettbewerben über 31.000 Hunde aus 280 Rassen und 73 Ländern. Der Deutsche Tierschutzbund macht zu diesem Anlass auf das Thema der Qualzuchten aufmerksam, die häufig unter Rassetieren zu finden sind.

„Solche Wettbewerbe richten ihr Hauptaugenmerk häufig auf das Aussehen und weniger auf die Gesundheit und Zuchttauglichkeit des Tieres“, sagt Andrea Furler-Mihali, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Oft belegen Hunde mit sehr auffälligen Qualzuchtmerkmalen die ersten Plätze, weil Richter für das Thema nicht genügend sensibilisiert sind oder das Aussehen der Tiere den gewünschten Rassestandards entspricht.“ Ein weiteres Problem sieht Furler-Mihali darin, dass die Hunde, die in ihrer Kategorie die vorderen Ränge belegen, als Zuchttiere voraussichtlich sehr gefragt sind. Handelt es sich bei ihnen jedoch um Tiere mit extremen Merkmalen von Qualzucht, verbreitet sich diese Ausprägung weiter in der Rasse.

Schmerzen und Leiden werden in Kauf genommen
Bei Tieren mit Qualzuchtmerkmalen werden durch die Zucht bestimmte Merkmale geduldet oder gefördert, die gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Ein klassisches Beispiel ist die Rund- und Kurzköpfigkeit, wie man sie bei Mops oder französischer Bulldogge findet. In der Folge leiden die Tiere meist unter Atemnot und neigen zu Augenkrankheiten und weiteren gesundheitlichen Problemen. Wenn die Zucht zu anhaltenden Schmerzen, Leiden oder Schäden führt, ist sie laut Tierschutzgesetz eigentlich verboten.

Die gesetzliche Formulierung ist jedoch schwammig und Rassestandards sind größtenteils immer noch so konzipiert, dass die Zuchtziele mit einer Qualzüchtung verbunden und als „normal“ anerkannt sind. Viele Behörden sind daher damit überfordert, Qualzuchten zu erkennen und dagegen vorzugehen. Vor dem Hintergrund dieser Probleme fordert der Deutsche Tierschutzbund eine rechtlich verbindliche Verordnung, die klar definiert, was als Qualzucht gilt. Der Verband begrüßt, dass die Tierschutzbeauftragten der Bundesländer beschlossen hatten, dass mindestens einer der Landesbeauftragten die Welthundeausstellung in Leipzig im Hinblick auf die Qualzuchtdiskussion besuchen wird.