Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) ab 2021

Kommentar

Fallen der EU-Länder vor einem blauen Himmel.
© Rainer Sturm / pixelio.de

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat am 29. November 2017 seinen Vorschlag zur Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) ab 2021 mitgeteilt. Dazu kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:

„Zwar erwähnt der EU-Kommissar, dass die GAP auf die Erwartungen der Bürger hinsichtlich einer nachhaltigen Landwirtschaft eingeht, auch in Bezug auf den Tierschutz - der Tierschutz als solcher wird jedoch nur marginal angesprochen. Dem Vorschlag mangelt es an konkreten Lösungswegen zu den Problemen und Herausforderungen, mit denen die EU aktuell in der landwirtschaftlichen Tierhaltung konfrontiert ist. Statt, wie von Hogan vorgeschlagen, nur die Umsetzung der aktuellen EU-Regelungen zu verbessern und die Standards durch freiwillige Maßnahmen zu erhöhen, braucht es grundsätzlich höhere Anforderungen im Tierschutz. Eine tiergerechte Haltung sollte ein elementarer Bestandteil der GAP sein und an die Gabe von EU-Fördergeldern bindend gekoppelt werden.

Sinnvoll wäre daher eine Umverteilung von finanziellen Mitteln aus der 1. Säule in die 2. Säule der GAP. Es darf in Zukunft nicht möglich sein, mit Hilfe von EU-Fördergeldern tierwidrige Haltungssysteme zu bauen – ich nenne beispielhaft die Haltung von Sauen im Kastenstand. Wenn den einzelnen Mitgliedstaaten, wie angekündigt, mehr Handlungsspielraum gelassen werden soll, darf sich die EU nicht aus der Verantwortung ziehen. Sie muss endlich für mehr Tierschutz auf EU-Ebene sorgen – mit klaren Vorgaben und Zielen für eine tiergerechte Haltung in der Landwirtschaft.“