Deutscher Tierschutzbund begrüßt EU-Positionspapier gegen illegalen Handel mit Heimtieren

Drei gerettete Welpen. © wf
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Am kommenden Freitag, 10. November 2017, wird der Europäischen Kommission eine gemeinsame Erklärung der fünf EU-Mitgliedstaaten Belgien, Dänemark, Deutschland, Niederlande und Schweden vorgelegt, in der diese dazu auffordern, den illegalen Handel mit Heimtieren in der gesamten EU zu stoppen - insbesondere im Hinblick auf den Schmuggel von Hunden in den Mitgliedstaaten. Das Positionspapier sieht u.a. eine EU-weit verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung vor. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt das Vorhaben ausdrücklich.

„Die Erklärung mehrerer Mitgliedstaaten zeigt die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln gegen Tierschmuggel – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Bestehende EU-Rechtsvorschriften reichen nicht aus, um die unzureichende Durchsetzung der bestehenden Bestimmungen und die mangelnde Harmonisierung in der gesamten EU zu bewältigen. Durch das gemeinsame Auftreten wollen die beteiligten Mitgliedstaaten vermehrt Druck auf die Europäische Kommission aufbauen, um Änderungen EU-weit und einheitlich durchzusetzen.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert schon lange ausdrücklich eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Heimtiere. Eine Registrierung ist kostenfrei bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, möglich (www.findefix.com). Ein Vorteil von Kennzeichnung und Registrierung ist die einfachere Zuordnung entlaufener oder vermisster Tiere, da sie durch die individuelle Kennzeichnung mit einem Transponder eindeutig wieder ihren Besitzern zugeordnet werden können.

Illegaler Welpenhandel wird erschwert

Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflichtpflicht würde zudem den illegalen Welpenhandel enorm erschweren, da die Herkunft der betroffenen Tiere besser rückverfolgbar und überprüfbar wäre. Laut Dr. Renate Sommer, Mitglied des Europäischen Parlaments, ist der illegale Welpenhandel nicht nur ein Tierschutzproblem, sondern nach Drogen- und Waffenhandel die drittgrößte Einkommensquelle des organisierten Verbrechens innerhalb der EU und ein massives Risiko für die öffentliche Gesundheit. Die Welpen werden unter tierschutzwidrigen Bedingungen in Massen produziert und nicht medizinisch versorgt. Sie werden viel zu jung, krank und ungeimpft illegal transportiert. Ihr Gesundheitszustand bedroht nicht nur die betroffenen Tiere selbst, sondern auch die Tierbestände vor Ort, im schlimmsten Fall sogar den Menschen.