Katzenkastration in der Ukraine erneut erfolgreich

Katze im Tierschutz- und Kastrationszentrum Odessa
Katze im Tierschutz- und Kastrationszentrum Odessa

Die zweite Aktion zur Katzenkastration im ukrainischen Odessa ist erfolgreich zu Ende gegangen. Der Deutsche Tierschutzbund und sein örtliches Tierschutz- und Kastrationszentrum ziehen ein positives Fazit: 6.391 Katzen konnten im Zeitraum vom 1. November 2017 bis 28. Februar 2018 kastriert werden. Die Kastration ist die einzig nachhaltige und tierschutzgerechte Methode, um die große Zahl der Straßenkatzen und das damit verbundene Leid für die Tiere einzudämmen.

„Dass wir an den Erfolg der ersten Aktion 2016/2017 anknüpfen konnten, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ein Umdenken in der Bevölkerung stattfindet“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der Deutsche Tierschutzbund hatte durch finanzielle Unterstützung erneut die Durchführung der Aktion ermöglicht. Sehr positiv wertet der Verband, dass das Stadtparlament zugesagt hat, die Katzenkastration in den nächsten Jahren in die Hand zu nehmen und dazu bereits in Gesprächen mit Tierärzten Odessas steht. „Wir sind dem Deutschen Tierschutzbund sehr dankbar und finden die Ergebnisse der Kastrationsaktionen hervorragend“, sagt Valentina Dazuk, Leiterin der ökologischen Abteilung der Stadt Odessa. „Wir wollen den Staffelstab übernehmen und die Straßenkatzenkastration mit einem Programm weiterführen.“

Dass im Aktionszeitraum 5.172 weibliche Katzen und 1.219 Kater in 27 beteiligten Kliniken kastriert werden konnten, ist auch vielen tierlieben Bürgern der Stadt zu verdanken. Insbesondere finanzschwächere Einwohner, die sich oft bereits um Straßentiere kümmern, hatten die Möglichkeit, die Katzen zum Tierarzt zu bringen und dort kastrieren zu lassen. Dazu wurden entsprechende Gutscheine über die Tierkliniken ausgeteilt. Geht man rein rechnerisch davon aus, dass eine Katze zweimal im Jahr je drei Junge zur Welt bringt und die Kater jeweils zwei Kätzinnen decken, so wurden durch die durchgeführten Kastrationen hochgerechnet fast 90.000 Geburten verhindert. Diese Jungtiere wurden vor einem traurigen Leben auf der Straße bewahrt.

Als domestizierte Tiere sind Straßenkatzen nicht in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen. Die Tiere leiden an Unter- und Mangelernährung, Krankheiten und Parasiten. Viele Jungkatzen erreichen das Erwachsenenalter nicht. Im Tierschutzzentrum Odessa des Deutschen Tierschutzbundes versorgen Tierärzte und Tierpfleger Straßenhunde und -katzen medizinisch, impfen, kastrieren und markieren sie. Nach einer Erholungs- und Aufbauphase werden die Tiere in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen oder an neue Halter vermittelt. Aber auch die Kastration von Privattieren stellt einen wichtigen Bestandteil zur Reduzierung der Straßentierpopulation dar.