Pressemeldung

Start der berüchtigten Stierrennen in Pamplona Traditionsspektakel birgt enormes Leid für die Tiere

Anlässlich der Stierläufe und Stierkämpfe, die am 6. Juli im spanischen Pamplona wieder beginnen, macht der Deutsche Tierschutzbund auf das unfassbare Leid der betroffenen Tiere aufmerksam. Die Stiere werden in Sechsergruppen durch die Altstadt getrieben - zur Belustigung der Massen. Die Tiere müssen dabei große Angst, extremen Stress und Schmerzen durch Schläge und Stürze erleiden. Nach der Hatz töten Toreros die Stiere im Kampf in der Arena. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert nicht nur an Spaniens Bürger, sondern auch an alle Touristen, das unsinnige und blutige Spektakel nicht zu unterstützen und von einem Besuch abzusehen.

„Wer diesen Leidenskampf als fröhliches und traditionelles Spektakel feiert, verschließt die Augen vor dem grausamen Umgang mit den Tieren“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Jeder, der sich das Treiben anschaut oder gar teilnimmt, unterstützt die Tierqual, die dahintersteckt – wir können daher nur an jeden appellieren, den fragwürdigen Veranstaltungen fern zu bleiben.“

Während des „Feria del toro” („Festival des Stieres“) finden vom 6. bis 14. Juli in Pamplona Stierläufe statt, bei denen die Tiere am Morgen in Herden von sechs Stieren durch die Straßen getrieben werden. Viele Schaulustige – unter ihnen viele Touristen – versuchen dabei, vor oder neben den Tieren durch die engen Altstadtgassen zu rennen. Die Stiere rutschen dabei immer wieder aus, stürzen und erleiden Verletzungen, Schmerzen, Angst und Panik. Unter den Teilnehmern und in der Zuschauermenge gibt es jedes Jahr zahlreiche Verletzte und Tote. Nach der Hatz am Morgen, finden die Stiere am Abend den grausamen Tod in der Arena. In Spanien fallen den rund 2.000 Stierkampfveranstaltungen jedes Jahr etwa 30.000 Tiere zum Opfer - unter dem Deckmantel der kulturellen Tradition.

Das Treiben in Pamplona gehört zu den berühmtesten dieser Art – auch Dank des Hemingway-Romans „Fiesta“, der vor allem junge Amerikaner nach Pamplona lockt. Stierläufe und Stierkämpfe finden aber grundsätzlich zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten und Anlässen auch in vielen anderen Orten statt. Katalonien und die Balearen dagegen gehen mit positivem Beispiel voran und distanzieren sich von der grausamen Tradition. Tierschützer hoffen, dass andere Regionen und Länder diesem guten Vorstoß Folge leisten.