Pressemeldung

Neues Fischereigesetz im Saarland

Der saarländische Landtag debattiert morgen über ein neues Fischereigesetz. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Saarland begrüßen das Vorhaben der Landesregierung und die Fortschritte für den Tierschutz, die das neue Gesetz mit sich bringen würde: So sieht die Novelle ein Verbot des „Catch and Release“, des Fangens und Zurücksetzens von Fischen, vor. Die Tierschützer hatten die Abgeordneten des saarländischen Landtags im Vorfeld angeschrieben, und sie zur Unterstützung der Gesetzesnovelle aufgefordert.

Wir begrüßen das Bestreben der Landesregierung, ein neues "Saarländisches Fischereigesetz" zu etablieren und hierbei Interessen des Tierschutzes, wie zum Beispiel ein Verbot von "Catch and Release", zu berücksichtigen", sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Der gesamte Vorgang des Catch and Release bedeutet für Fische Schmerzen und Leiden und stellt damit einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.“ Beatrice Speicher-Spengler, Vorsitzende des Landesverbands Saarland des Deutschen Tierschutzbundes ergänzt: „Ein Verbot ist daher folgerichtig und entspräche auch dem Wandel des gesellschaftlichen Verständnisses für die Belange der Tiere und der Natur, wie er in dem Gesetzesentwurf der Landesregierung auch betont wurde.

"Initiiert wurde das neue Gesetz von der schwarz-roten Landesregierung, federführend vom Umweltministerium von Minister Reinhold Jost (SPD). Wenn das Gesetz verabschiedet ist, tritt es mit Verkündung durch die Landesregierung in Kraft.

Hintergrund:
Catch and Release „Catch and Release“ ist aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes Tierquälerei und ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, weil Fischen ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Große Fische, die gezielt gefangen werden, sind oft gar nicht für die Ernährung vorgesehen, sondern werden lediglich vermessen, gewogen, fotografiert und dann wieder zurückgesetzt. Dies geschieht auch im Rahmen von Wettangelveranstaltungen. Nicht der Nahrungserwerb steht im Vordergrund, sondern die Suche nach Trophäen: Die Angler präsentieren sich dann gerne mit dem gefangenen Fisch auf dem Arm. In speziellen Angelteichen kann es vorkommen, dass derselbe Fisch mehrfach geangelt wird und der Angelhaken jedes Mal von neuem das Maul oder den Kiemenbereich durchbohrt. Für viele Fische bedeutet dies einen schleichenden und schmerzvollen Tod. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass nicht wenige der lebend zurückgesetzten Fische später sterben.