Australiens millionenfacher Känguru-Abschuss - Einladung zur Filmvorführung in München (30.11.)

Känguru ©Hopping Pictures copy
©Hopping Pictures copy

Mehr als 1,5 Millionen Kängurus werden in Australien jährlich legal und systematisch erschossen. Spezialisierte Unternehmen verarbeiten bis zu 4.000 Kängurus pro Tag – sie alle stammen aus freier Natur. Die Jagd auf Kängurus ist weltweit die größte Tötung an landlebenden Wildtieren. Der Dokumentarfilm „Kangaroo – A Love-Hate Story“ zeigt das Schicksal von Millionen Tieren, deren Spuren auch nach Deutschland führen. Deutschland ist drittgrößter Importeur von Kängurufleisch und -leder. Als Steak, Haustierfutter oder Fußballschuhe werden Kängurus von deutschen Supermarktketten wie Rewe, Metro, V-Markt und Sportherstellern wie Nike, Adidas und Puma angeboten. Der Deutsche Tierschutzbund und Pro Wildlife zeigen den Dokumentarfilm „Känguru“ Ende November in München.

Wann: 30.11.2018 um 18.00 Uhr

Wo: Monopol Kino, Schleißheimer Str. 127 in 80797 München

Die Dokumentation ist auf Englisch mit deutschen Untertiteln. Der Eintritt ist frei. Bei Interesse reicht eine Anmeldung per E-Mail an artenschutz@tierschutzbund.de.

Die Regisseure Mick McIntyre und Kate McIntyre Clere aus Australien erklären: „Wir erzählen in Kangaroo alle Seiten der Geschichte. Wir fuhren tausende Kilometer durch Australiens Outback, sprachen mit der indigenen Bevölkerung Australiens, mit Wissenschaftlern, Fleischverarbeitern, kommerziellen Jägern, Bauern, Politikern, Künstlern, Artenschützern, Köchen und Aktivisten, um alles über diese wundervollen Tiere herauszufinden und um eine verstörende Geschichte zu erzählen, die die Welt sehen muss.“

Das Nationaltier Känguru wird in Australien stolz von Marken, Sportvereinen und Souvenirverkäufern beworben. Hinter den Kulissen jedoch werden Millionen erwachsene Tiere auf meist brutale Art getötet. Hinzu kommen jedes Jahr etwa 800.000 Jungtiere, die ohne ihre Mutter keine Überlebenschance haben und als Kollateralschaden der Jagd hingenommen werden. Fleisch und Leder der erlegten Kängurus werden in großen Mengen exportiert, auch nach Deutschland. Im weltweiten Vergleich wurden 19 Prozent des Fleisches nach Deutschland geliefert; von 2013 bis Ende 2016 waren das mehr als 2.500 Tonnen. Neben Fleisch sind auch Känguruhaut und -leder sehr beliebt. Fast 14 Prozent der weltweit gehandelten Häute und zehn Prozent des Leders landen in Deutschland.

Wissenschaftler und Tierschützer beklagen die Auslöschung von Beständen aus Gebieten mit ehemals reichem Vorkommen und befürchten, dass der Massenabschuss den langfristigen Fortbestand der Kängurus gefährdet. Daniela Freyer von der Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife erklärt: „Kängurus werden von Viehhaltern und Landwirtschaft unter sehr trockenen Bedingungen zunehmend als vermeintliche Konkurrenten gesehen und verdrängt. Australiens Känguru-Industrie will uns weismachen, dass es eine Plage gibt, um Fleisch und Leder weltweit zu Geld zu machen. Dabei vermehren sich Kängurus nur langsam, meist überleben im Jahr nur maximal zwei Jungtiere pro Weibchen. In Trockenperioden sterben bis zu 100 Prozent der Jungtiere. In weiten Gebieten Australiens, wie Tasmanien oder Victoria, sind die Bestände deutlich zurückgegangen.“

Deutschland ist einer der Hauptabsatzmärkte für Känguruprodukte. Die Menschen wissen meist nicht, dass Kängurus in freier Natur auf grausame Weise getötet werden. Wir raten Verbrauchern und Unternehmen, die Finger von Känguruprodukten zu lassen“, erklärt Anna Szczepanek vom Deutschen Tierschutzbund. Känguruleder versteckt sich beispielsweise in zahlreichen Sportartikeln. Auch Outdoor- und Motorradbekleidung wird aus Känguruleder hergestellt. Das Fleisch wird in deutschen Restaurants und Supermärkten als Steak angeboten; zum Teil wird es zu Haustierfutter verarbeitet.

„Kängurufleisch ist zudem aus Gesundheitsgründen bedenklich, denn es wird in Australien nicht ausreichend auf Krankheitserreger geprüft“, so Szczepanek. „Die nachtaktiven Tiere werden überwiegend im Dunkeln getötet, fernab der Zivilisation unter unhygienischen Bedingungen zerlegt und anschließend ohne Kühlung und bei großer Hitze über weite Strecken transportiert.“ Russland und Kalifornien haben die Einfuhr von Fleisch bereits gestoppt.