Pressemeldung

Schleswig-Holstein will Pelztierverbot durchsetzen - Deutscher Tierschutzbund fordert schnelles Ende der Tierqual

Mit dem Ziel, die Pelztierhaltung langfristig zu verbieten bzw. auslaufen zu lassen, bringt die schleswig-holsteinische Regierung heute einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes in den Bundesrat ein. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den politischen Vorstoß, mahnt aber die zu lange Übergangsfrist von zehn Jahren an.

„Jeder, der Pelz „produziert“, verkauft oder kauft, hat Blut an den Händen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Ein gesetzliches Verbot ist daher nur richtig und seit Langem überfällig. Nun gilt es, schnell zu handeln. Eine zu lange Übergangsfrist wird weitere Hunderttausende Nerze ihr Leben kosten.“

Tötung zur Pelzgewinnung nicht verhältnismäßig


Der Bundesrat hatte sich bereits bei der letzten Novelle des Tierschutzgesetzes für ein Verbot der Pelztierhaltung ausgesprochen. Die Bundesregierung berücksichtigte diesen Vorstoß damals nicht. Nach Artikel 20 a des Grundgesetzes sind Tiertötungen aber nur dann gestattet, wenn sie aufgrund höherrangiger Interessen verhältnismäßig bzw. erforderlich sind. Schleswig-Holstein stuft die Haltung von Pelztieren zur alleinigen Pelzgewinnung als nicht verhältnismäßig ein und will zukünftig verbieten, Tiere zu diesem Zweck zu halten und zu töten. Allerdings soll bestehenden Betrieben noch eine Übergangsfrist von zehn Jahren gestattet sein. Derzeit gibt es noch acht verbliebene Nerzfarmen in Deutschland.

Grausame Haltung in engen Käfigen

Pelztiere werden in engen Drahtkäfigen aus Gitterrosten gehalten und damit jeder Möglichkeit beraubt, sich artgerecht zu verhalten. „Pelztierhalter halten hierzulande nicht einmal die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ein und klagen gegen strengere Haltungsvorschriften“, kritisiert Schröder. Rein wirtschaftliche Interessen stehen im Vordergrund. Das Leid der Tiere ist den Farmbetreibern gleichgültig. Nerze sind auf engstem Raum eingepfercht, ohne jede Bademöglichkeit, Naturboden oder sonstige notwendige Strukturen. Verhaltensstörungen, Verletzungen und Todesfälle sind so an der Tagesordnung.